Whisky-Karte

In unserer Whisk(e)y-Karte finden Sie weit über 1oo verschiedene Whiskys & Whiskeys.

Diese sind nach Regionen und Hersteller-Ländern geordnet. Darüber hinaus erfahren Sie manch Wissenswertes über Ihre Lieblingssorte oder die Distillerien. Vielleicht entdecken Sie auch einen altbekannten Favoriten oder versuchen sich an neueren Sorten...

Grundsätzlich (und wenn nicht anders gewünscht) schenken wir 4 cl aus - die Preise verstehen sich für diese Menge. Sollte sich der eine oder andere Whisk(e)y nicht in diesem Angebot finden lassen - so fragen Sie uns.

Wir haben ihn evtl. in unserem Whisky-Stübchen vorrätig oder werden uns bemühen, diesen zu besorgen.

Ansonsten achten Sie bitte auch auf unsere monatlichen Whisky-Angebote: diese sind für diesen Zeitraum günstiger und sollen Sie verführen, vielleicht doch einmal zu probieren...

Wenn Ihr Interesse geweckt wurde und Sie den Wunsch haben, einen Whisk(e)y für zu Hause oder Freunde oder als Geschenk mit Gläsern, Literatur etc. erstehen zu wollen, dann bestellen Sie bei uns - oder suchen in Ruhe in unserem Whisky-Stübchen.
Dies hat jeden zweiten und vierten Freitag im Monat ab 19.00 Uhr geöffnet. Dort finden auch unsere regelmäßigen Whisky-Tastings (mit Voranmeldung!) statt.

Wir stellen dieses Whisky-Stübchen auch gerne für private Tastings oder Firmen-Veranstaltungen für 10 bis 20 Personen zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an.


BLENDED SCOTCH WHISKY

Im Sprachgebrauch unterscheidet man beim Whisky aus Schottland zwischen Malt (single oder vatted) und Scotch. Scotch meint einen Blend, also eine Mischung - aber aus Malt- und neutralem Grain-Whisky. Die überwältigende Mehrzahl schottischer Whiskys auf den Weltmärkten sind Scotch-Marken. Einige haben nur auf einzelnen Märkten Bedeutung.

No. 3 - Ballantine's Finest - (6 yrs.) - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

George Ballantine & Son Limited Distillers/ Dumbarton - Scotland; Est. 1827
In einer Zeit, da die Blends aus wenigen Komponenten immer beliebter werden, freut man sich ganz besonders über einen Whisky wie Ballantine´s, in dem sich nicht weniger als 57 verschiedene Malts vereinigen: dabei spielen die Malts von Miltonduff und Glenburgie eine Schlüsselrolle ebenso wie der Mais-Grain aus Dumbarton. Ballantine´s Finest ist der Inbegriff eines Blended Scotch: eine faszinierende Mixtur aus leichten Grains mit fruchtigen, grasigen Noten, eingebettet in einen köstlichen, zart torfigen Unterton.

Anfangs leicht und süß, sauber und dezent eichentönig, durchflutet ihn eine plötzliche Schockwelle von Torf, bis sich die gemächlichen malzigen Töne entfalten; sie werden dann jedoch durch die wiederauflebende trockene Grain-Note allmählich abgeschwächt. Er hat einen mittellangen Abgang, wobei viel Buttertoffee, Kakao und Eiche mitschwingen. Eine winzige Torfnote macht den Abgang etwas gewichtiger als anfangs vermutet. Der 6jährige ist ein ausgezeichneter Whisky; hat einen Touch Islay und die leichte Trockenheit der Highlands. Überraschend gehaltvoll und transparent am Gaumen.

No. 437 - Ballantine's - (12 yrs.) - 43,0 % Blended Scotch (bourbon casks) - 5,20 €

George Ballantine & Son Limited Distillers/ Dumbarton - Scotland; Est. 1827
Dieser Blended Scotch wurde von George Ballantine & Son bereits im letzten Jahrhundert auf den Markt gebracht und war so erfolgreich, daß er schon seit 1895 das Königliche Siegel Queen Victorias auf dem Label tragen darf. Der Erfolg blieb der Marke über all die Jahre und alle Besitzerwechsel von der Gründerfirma über Stodard, Hiram Walker bis Allied Domecq treu. Der Konzern kann sich heute daran erfreuen, daß seine Marke eine der verkaufsstärksten der Welt ist: 1997 war er die Nr.1 in Deutschland und Europa und stand weltweit an 4.Stelle.

Ballantine´s Blends sind mild im Körper aber nuancenreich im Geschmack, haben Anflüge von Islay- und Highland-Trockenheit, abgerundet durch Lagerung in Bourbonfässern. Sie sind leise, besinnliche Whiskys, in Europa sehr beliebt.

No. 20 - Ballantine's Gold Seal - (12 yrs.) - 40,0 % Blended Scotch - 4,50 €

George Ballantine & Son Limited Distillers/ Dumbarton - Scotland; Est. 1827
Es gibt längst nicht mehr nur den Standard Ballantine´s Finest, sondern einen 12jährigen De Luxe-Blend namens Ballantine´s Gold Seal. Er hat einen sanften, süßen, viskosen Duft mit einem Anklang von Heidekraut und erdigem Grundton. Es lassen sich deutlich Spuren von bestem Canadian herausschmecken. Fetter, öliger und unendlich komplexer als der Ballantine´s Royal Blue mit ungezählten malzigen Facetten, die sich gegenseitig den Vorrang streitig machen.

Obwohl der Grain immer wieder durchkommt, läßt der Malt in den Intervallen die Geschmacksknospen mit einer rauchigeren Konstante weiterschwelgen. Erst im Abgang dominiert der Grain mit einem Hauch karamelisiertem Zucker. Liebliches, reines, korniges Zentrum. Ein üppiger, voller und vornehmer Tropfen. Wunderbar mundend. Nachhaltig und befriedigend.

No. 18 - Haig Gold Label - 40,0 % Blended Scotch - 2,68 €

John Haig & Co. / Edinburgh - Scotland
John Haig. Einer der großen Scotch-Klassiker; der Lowlander Glenkinchie ist wesentlicher Bestandteil dieser Mischung und bildet die Basis für andere Malts wie den köstlichen Glenlossie oder den komplexen Linkwood. Der Malt-Anteil im Haig beträgt etwa 35 - 4o %. Mit seinem intensiven Malz- und weichen Honig-Aroma zeichnet sich dieser Whisky durch eine mühelose Eleganz aus. Die Graintöne sind sehr diskret und lassen noch den schwächsten Torfnoten genügend Raum zur Entfaltung.

Vom Geschmack her ist er süß und anfangs sehr malzig, gefolgt von vanilletönigem Grain. Eine fast eiercremeartige Süße kämpft mit einem schärferen Speyside-Thema von grünem Apfel um die Vorherrschaft. Im Abgang sind zarte Eichentöne, Kaffee, Toffee und weicher, anhaltender Torfgeschmack. Dieser Whisky hat kaum etwas mit dem Feuerwasser zu tun, zu dem der Haig vor wenigen Jahren geworden war. Er besticht durch herrliche Süße und selbstbewußte Malz-Qualität, die himmelweit von jenem Haig entfernt sind, der früher die Leute bei Single Malts Zuflucht suchen ließ. Kraftvoll, wundervoll komplex, nicht übermäßig rauchig und mit langem Abgang. Leichter, aber sehr dicht komponierter Blend. In einer sehr entspannten, weichen Manier.

No. 16 - Chivas Regal - (12 yrs.) - 40,0 % Blended Scotch - 4,42 €

Chivas Brothers Ltd., Distillers Aberdeen - Scotland; Founded 1801
Chivas Regal hat sich mit Erfolg ein De-Luxus-Image geschaffen. Früher hing der Blend mit einem Malt-Anteil von um die 4o% von den kräftigen Speysides ab, die Seagrams eigene Destillerien lieferten, wobei Strathisla nur etwa 4% des Blends ausmachte. In jüngerer Zeit scheint der Strathisla, ein kraftvoller Speyside, allerdings mehr Gewicht eingeräumt zu bekommen - entweder weil sich sein Anteil leicht erhöht hat oder weil die Anteile der übrigen Whiskys verändert wurden.

Der Duft des Chivas Regal weist jedenfalls deutliche Apfelaromen, gemischt mit exotischen Früchten (Mango) auf, wobei das Zusammenspiel der Grains eine insgesamt zu herbe Note verleiht. Das Gewicht der flachen Malztöne des Strathisla bringt etwas von der benötigten Fülle mit. Nicht völlig verflogen sind die früheren frischen Gras-Noten, wenn sie auch in einigen Flaschen ganz fehlen. In anderen sind sie noch in Spuren enthalten, jedoch in geringerem Maße als früher. Beim Start schwingen köstlich zarte Kräuter-Töne (Heu) mit, die durch weiche Malztöne verstärkt werden. Zur Mitte hin entfalten sich der für Strathisla typische Hauch von Mentholsüße sowie einige rauchige Noten. Milder, aber kräftiger Geschmack. Sauberes amerikanisches Holz-Aroma am Gaumen, ein Hauch von gezuckerten Mandeln und ein Abgang, der bestenfalls weich, süß und lockend - wenn man Pech hat - allerdings auch bitter und scharf sein kann. Bei guten Flaschen erweist sich das gegen Ende aufkommende zartbittere Kakao-Aroma als wirklich köstlich.

Sanft und anmutig. Der Anteil alter Whiskys wie auch der Malt-Anteil sind höher als in Standard-Versionen. Das Herz dieses dezent süßen und leicht faßtönigen ist der wunderbare, fruchtige und doch trockene Speyside-Malt Strathisla.

No. 2 - Old Smuggler - 43,0 % Blended Scotch - 2,6o €

Blended & bottled by Jas. & Geo. Stodart Ltd. Distillers/ Forres, Dumbarton & Glasgow - Scotland
Ein junger, außerordentlich leichter Blend aus dem Hause Allied Domecq mit starkem Grain-Charakter im Duft. Es sind auch die Grains, die sich als erstes auf den Geschmacksknospen bemerkbar machen, doch sie sind mild und wirken harmonisierend auf den Malt, der in sauberem Speyside-Stil daherkommt, gefolgt von karamelartiger Süße. Der Abgang ist vergleichsweise ein wenig zu sehr vom Grain beherrscht und trocken, sorgt aber für einen wirklich schmackhaften, wenn auch einfachen Blend. Die Bemerkung auf dem Rückenetikett, der Geschmack dieses Whiskys existiere seit 1835, gehört zum größten Unsinn, der je auf eine Whisky-Flasche geschrieben wurde.

Schließlich gab es damals noch gar keine Blended Whiskys. Der Stoff, den die Schmuggler an den Mann brachten, ist Millionen Meilen von diesem Whisky entfernt. Old SmugglerWhiskys sind komplex und trocken.

No. 10 - Black & White - 40,0 % Blended Scotch - 3,38 €

Scotch Whisky Distillers James Buchanan & Company/ London & Glasgow - Scotland
Black & White gehört zu den ausgeprägten weichen, leichten, trockenen Whiskys von James Buchanan. Für den herausragenden 12jährigen Premium werden besonders wertvolle Singles verwendet. Die Liste der für den Geschmack ausschlaggebenden Malts führt Dalwhinnie an, dessen Duft neben dem des Clynelish und des Royal Brackla, die für die Malznote verantwortlich sind, sich deutlich abzeichnet. Der Blend besteht zu 6o-65 % aus Grain. Daher ist davon auszugehen, daß außer Port Dundas und Cameronbrigde noch andere Grain-Brennereien beteiligt sind.

Der Duft des Black & White weist alle Charakteristika eines grain-dominierten Blends auf, dem der Malt nur geringes Gewicht verleiht. Er hat etwas Liebliches und Anziehendes, das ohne den geringsten Mißklang verzerrt wird. Ein Hauch heidetöniger Torfigkeit liefert den perfekten Hintergrund für einen der leichtesten Düfte im Sortiment der UDV. Sein Geschmack ist zunächst dunkel und unglaublich zurückhaltend; wird aber bald kräftiger und baut allmählich vom Grain bestimmten Toffee und endlich eine durchdringendere, zeitweilig sogar leicht scharfe Malzigkeit auf. Gleichbleibend süßlich, wobei der Grain dazu ein trockenes Gegengewicht bildet. Hervorragend ausbalanciert. Sein Abgang entwickelt sich ebenfalls nur langsam, während er die Geschmacksknospen mit leicht phenolharziger Schärfe kitzelt. Der Toffee-Ton weicht allmählich milden Vanille-Aromen und kreidiger Eiche. Eleganter Blend voller Geschmeidigkeit. Zweifellos ein Qualitätswhisky - aber nicht besonders aufregend. Möglicherweise heben sich Charakterzüge der einzelnen Malt hier gegenseitig auf, was die mangelnde Komplexität bedingt.

Ein milder, gefälliger Tropfen - jedoch längst nicht mehr so vollmundig, fruchtig, rauchig und kräftig, wie noch vor ein paar Jahren...

No. 17 - Dimple Scotch - (12 yrs.) - 40,0 % Blended Scotch - 4,00 €

John Haig & Co. / Edinburgh - Scotland
Der Dimple (in den USA: Pinch) aus der berühmten Dellenflasche ist ein Abkömmling der berühmten Haig-Familie. Er ist ein Blend mit hohem Malt- und relativ geringem Grainanteil. Wie es der Haig-Tradition entspricht, spielt der Glenkinchie - gefolgt von Linkwood - die Hauptrolle. Etwas alter Clynelish ist zweifellos für das Vergnügen am Ende verantwortlich, während Teaninich für weich-rauchige Malzigkeit sorgt. Unter den Grains steuern die eher seltenen Caledonian und Cambus einen Hauch von Eleganz bei. Dimple hat einen überraschend scharfen, leicht säuerlichen Duft mit einem unangenehmen Brandgeruch im Gefolge.

Darauf folgen eine flache Malt-Note und auch sonst keine große Komplexität. Alles in allem eher enttäuschend. Sein Geschmack ist wesentlich weicher am Gaumen. Mit einem augenblicklichen, wenn auch kurzen Speyside-Malt-Anklang. Danach entfaltet der Grain eine verdünnende Wirkung, bevor eine enorme Welle flacher, fast undefinierbarer Malzigkeit daherkommt. Inzwischen hat er eine gewisse Würzigkeit und die ersten Rauchspuren bieten eine willkommene Abwechslung von der chaotisch-holprigen Mitte. Beim Abgang endlich kann man wirklich von Klasse reden. Der ist fabelhaft, wobei der Torf einen Heide-Ton aufnimmt und die Toffee-Vanille-Note das Erlebnis versüßt. Ferner wird der Gaumen von exzellenter Würzigkeit verwöhnt und dann kommt eine kleine Dosis sehr dunkler Schokolade daher, um die Sache zu beenden. Fabelhaft! Wie gesagt. Trotzdem eine Warnung: es gibt die eine oder andere Flasche, die unter dem Nennwert liegt!

No. 12 - J & B Rare - 40,0 % Blended Scotch - 3,02 €

Justerini & Brooks Ltd. / London - England; Est. 1749
J & B steht für die bekannte Londoner Weinfirma Justerini & Brooks. Die meisten in diesem Blend verarbeiteten Whiskys sind rund acht Jahre alt. Die leichte Erhöhung des Alters ist wahrscheinlich Ursache für einen subtilen Stilwandel im Laufe der letzten Jahre, wobei der tonangebende Knockando sich noch in seiner süßen Phase befindet. Der Tamdhu sorgt für die Fülle, der Auchroisk für eine leichte Speyside-Nuance und der Macallan für Würze. Unter den Grains spielt der North British mit seiner Frische eine Hauptrolle. Wie gering die rauchige Note ist, wird klar, wenn man sich vor Augen hält, daß der bloß mit einem Prozent unter den Malts vertretene Islay teils aus Bowmore und teils aus torflosem Bunnahabhain besteht. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, daß in diesem Blend rund 4o Whiskys enthalten sind. Der J & B hat eine sehr blasse Farbe.

Das herbe Aroma erinnert an Stroh mit leichter Nussigkeit. Dieser grasig-klare und zitrusfrische Blend ist eine attraktive Mischung aus leichteren Malts und breiterem, charaktervollem Grain. Bei Zugabe von Wasser macht sich sahnige Note bemerkbar. Das Malz besticht durch subtile Gewürz-Noten und betörende Beiklänge. Der Grain ist ebenfalls spürbar, ergänzt jedoch aufs schönste die frische Struktur. Vielleicht etwas süßer als früher. Ein weicher, milder, leichter Tropfen mit süßer, nachklingender Fruchtigkeit und langem Abgang - besonders spürbar in den Versionen mit Altersangabe.

Dabei reichlich Grain-Töne, doch mit einer grünen Gerstenfrische, die ganz natürlich an das Malzelement anschließt. J & B ist ein fabelhaft strukturierter Whisky, der alle Vorzüge eines wenig torfigen bis torflosen Scotch aufweist. Einer der köstlichsten - freilich ein bißchen gehaltvoller und süßer als ehedem...

No. 1 - Johnnie Walker red Label - (6 yrs.) - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

John Walker & Sons/ Kilmarnock - Scotland; Est. 1820
Johnnie Walker Red Label, das Flaggschiff von United Distillers, ist der meistverkaufte Whisky der Welt. Erst unlängst erlebte er eine Art Revival. Eine Zeitlang war er einfach zu leicht, herrschte Ungleichgewicht zwischen den Grain- und Malzelementen. Doch inzwischen hat der Blend wieder einen vollen Charakter, wobei Caol Ila und Talisker für die nötigen Rauch- und Würznoten sorgen, Glendullan eine solide Malzgrundlage gewährleistet und der Port Dundas Grain dabei hilft, einen in sich konsistenten aromatischen Abgang zu ermöglichen.

Sein eindringliches, gut strukturiertes Aroma rührt vom Talisker als tonangebendem Malt her. Im Aroma macht sich neben einer sauberen Fruchtigkeit von mittlerem Körper entfernt auch Insel-Einfluß bemerkbar. Wundervolle Verschmelzung leichter Grains mit Buttercreme und Torf. Malztöne steigen auf und zeigen eine überraschende Honigtiefe mit einem Hauch von Apfel. Dank seines vollen öligen Körpers und einer wundervollen Torfschicht ein großer Whisky, und das obwohl andauernd dünne Graintöne mitschwingen. Exzellente Gegenattacke der Malts. Im Abgang hat er reichlich Graintöne - mit köstlichen Vanille- und Vollmilchschokolade-Anklängen. J. Walker Red Label ist ein erfrischender (Talisker) und pikanter (Cardhu) Blend; sauber und süffig: empfiehlt sich als Long-Drink. 1994 war dieser Blend etwas aus dem Tritt geraten. Doch seither hat er sich wieder gefangen und kommt heute mit einem außergewöhnlichen Charakter daher.

Fast unglaublich aktiv am Gaumen. Der Mund wird von einem Whisky bombardiert, der am Ball bleibt und ständig die Gestalt ändert. Faszinierender und absolut wundervoller Blend.

No. 7 - Johnnie Walker black Label - (12 yrs.) - 40,0 % Blended Scotch - 4,18 €

John Walker & Sons/ Kilmarnock - Scotland; Est. 1820
Johnnie Walker Black Label, die De-Luxe-Version, ist - wie zu erwarten - von ähnlichem Charakter, aber wesentlich voller im Aroma (Typische Anklänge von Torf und Rauchigkeit) wie auch in seiner malzigen "Mitte". Ein guter, nuancenreicher Whisky, mit reichhaltigem Frucht-Charakter, Sherry-Note und mit eher raschem Abgang. Aberfeldy und Glenlossie steuern Apfelnoten bei, Talisker die Würzigkeit, Cardhu das Malz, Caol Ila den anhaltenden Torf, Craigellachie den weichen Rauch, und der Honig kommt von wer weiß woher.

Rund fünfunddreißig Malts und fünf Grains sind in diesem archetypischen Whisky enthalten. Gewiß sprechen einzelne ein gewichtiges Wort mit, doch es gibt unzählige Aromen, die ihr Erscheinen erst der Verbindung verschiedener Malts und Grains verdanken. Die Art, wie der Torf, Honig und Malz zusammenhängen, die Äpfel und die wärmenden Grains damit harmonisieren, erweckt den Eindruck, die Whiskys in diesem Blend seien eigens füreinander geschaffen worden. Das Geheimnis ist, daß keine dieser Qualitäten dominiert: hier haben wir einen Schmetterlings-Whisky mit herrlich anmutigen Noten, die die Nase umflattern, bevor sie sich kurz niederlassen, um dann wieder davonzufliegen. Der Black Label sollte nicht genippt werden. Nehmen Sie davon einen kräftigen Schluck und verwöhnen Sie Ihren Gaumen, bevor Sie den edlen Stoff langsam herunterschlucken. Ein beispielloses Feuerwerk der Blend-Kunst belohnt dafür.

Die Intensität des Honigs, die Lebhaftigkeit des Malts und die Raffinesse der Gewürze wirken trotz des öligen Charakters zu einem fabelhaft torfigen Takt zusammen. Bei seinem schier endlosen Abgang bleibt die maßvolle Honigsüße erhalten, geht langsam in Rosinen-Sherry-Fruchtigkeit über und der Grain sorgt für anmutige seidenweiche Empfindungen. Die Bitterschokolade und die gekochten Kirschen des Abgangs tauchen das Ende dieser Odyssee in flüssiges Gold.

Während die Single-Malt-Revolution unvermindert anhält, ist es ein Jammer, daß Whisky-Freunde diesen Blend nicht zum Maßstab nehmen. Nur wenige Malts können es in puncto Komplexität mit ihm aufnehmen; vielleicht nur Ardbeg und Springbank.Aber selbst sie werden vom Rundum-Charisma dieses Whiskys in den Schatten gestellt. Wahrscheinlich stellt dieser Blend das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter allen Whiskys der Welt dar.

2oo2 wurde er bei www.whiskymania.de zum "Whisky des Jahres" in der Kategorie BLENDED SCOTCH WHISKY gewählt.

No. 441 - Johnnie Walker green Label - (15 yrs.) - 43,0 % Vatted Malt - 5,28 €

John Walker & Sons/ Kilmarnock - Scotland; Est. 1820
Immer mehr Firmen bringen von ihren berühmten Blends auch eine Malt-Version heraus. Es ist noch nicht lange her, daß UDV Johnnie Walker um einen Malt ergänzten: Den Green Label. Gründe dafür gibt es: der Marktanteil der Blends sinkt, während der Trend zum Malt ungebrochen ist. Da lockt es, die von Malt angezogenen Genießer bei der eigenen Marke zu halten. Allerdings - Johnnie Walker & Sons waren die ersten, die dies versuchten - wird wohl eher umgekehrt ein Schuh daraus: wer die Blends kennt und sich ihrer erfreut, wird dann wohl auch zum "Schwester"-Malt greifen, um ihn zu probieren.

No. 442 - Johnnie Walker gold Label - (18 yrs.) - 43,0 % Blended Scotch - 16,50 €

John Walker & Sons/ Kilmarnock - Scotland; Est. 1820
Der Johnnie Walker Gold Label ("The Centenary Blend") sollte leichter sein als der Johnnie Walker Black, aber trotzdem die Honigtöne voll zur Geltung bringen. Deshalb wies man dem Clynelish und dem Royal Lochnagar die Hauptrollen zu. Der Talisker sorgt für die nötige Basis und der unvergleichliche Grain von Cambus für eine weiche Einbettung. Er hat ein herrliches Honig-Aroma, jedoch ohne die schwere Torf- und Fruchtnote des Black Label.

Der Grain tritt deutlicher, jedoch völlig klar und konzentriert hervor: ein sehr leicht verständlicher Duft. Der Auftritt am Gaumen ist wesentlich würziger und süßer. Die Gerstenzuckersüße verbindet sich mit einer malzigen Schärfe und dann mit einigen flacheren Malznoten vermutlich eines alten Speysiders. Der Abgang ist lang mit neuerlichen Gewürznoten und weiteren Honig- und Vanille-Anklängen. Einige späte ölige Noten erzeugen einen leichten Bourbon-Eichenton und eine Kernigkeit von gemälztem Maisschrot. Der Gold Label zählt zu den honigtönigsten Blends überhaupt. Er hat eine gute Malzkomplexität und etliche eindrucksvolle Grain-Merkmale. Obwohl zunächst leicht und torffrei, ist er durchaus mit einem vollen Körper ausgestattet.

No. 88 - Johnnie Walker blue Label - 43,0 % Blended Scotch - 25,84 €

John Walker & Sons/ Kilmarnock - Scotland; Est. 182o
Johnnie Walker Blue Label (Oldest) ist ein geradezu grandioser Blend der ältesten Whisky´s von Schottland. Für einen Blend ist es ungewöhnlich, das Islay-Element in den Vordergrund zu stellen, doch hier spielt der Caol Ila eine entscheidende Rolle und wird noch kräftig durch die komplexe Malzigkeit des Royal Lochnagar und die reife Fruchtigkeit des Mortlach unterstützt. Selbst ein Schuß des längst nicht mehr hergestellten Auchtertool - Jahrgang 1927 - aus den Lowlands kommt hinzu.

Tiefer, aber altersgereifter Torf, ein Spritzer Sherry, dickes Malz und etwas reines Grain tragen dazu bei, die Intensität ein wenig zu verdünnen. Üppige Süße und große Intensität. Explosion diverser reifer, saftiger Früchte, darunter überreife Feigen, Pflaumen, Äpfel und Sultaninen. Großer Mousse-au-Chocolat-Durchschwung, außerdem eine anhaltende Malznote, Anklänge an einen sehr alten Dundee Cake und zum Ausgleich ein paar Mandelsplitter. Als dieser Tropfen herauskam, war er zunächst äußerst enttäuschend. Die Grains erschienen reichlich dominant und von einem Gleichgewicht konnte keine Rede sein. Seither wirkt der Blend mit jeder neuen Abfüllung schwerer und fruchtiger. Stilistisch erinnert er an den Johnnie Walker Black, nur daß das Honigelement nicht so ausgeprägt ist.

No. 13 - Long John - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

Long John MacDonald Distilleries / Glasgow - Scotland; Built in 1825
Long John Blends haben eine Spur Seeluft von Islay an sich, wenn auch in der Standardmarke sehr versteckt. Mehr Islay-Charakter steckt in der 12jährigen De-Luxe-Version. Laphroaig ist der dominierende der 48 Malts, aber auch Highland Park spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Allied Domecqs eigener Orkney-Malt Scapa ist jedoch nicht mit von der Partie. Strathclyde hält seinen traditionellen Platz als Senior-Grain, doch drei weitere kommen dazu, um das Ganze ein wenig auszubalancieren.

Sein Duft ist robust, sinnlich, weich, dunkel und rund: eine verführerische Mischung aus süßem Honig, leichtem Torf, Anklängen an grünen Apfel und gerösteten Grain. Vorzüglich. Im Geschmack überwiegen Sultaninen-Süße und mäßiger Malt. Nicht zu vergleichen mit dem Duft. Sein Abgang ist kurz mit einem eher groben, uneleganten Grain und einer metallischen Unempfindlichkeit, die insgesamt nicht eben für ein umwerfendes Finale sorgen. Kein Genuß. Es ist bedauerlich, daß der Geschmack nicht im entfernten an den Duft herankommt. Vor allem der Abgang ist dürftig, wobei der Strathclyde-Grain einfach zu dominant ist. Selbst die späten Malt-Nuancen sind extrem ruppig und unnachgiebig. Allerdings ist das noch hundertmal besser als in den Tagen von Long John und Whitbread - ein Glas von ihrem Gebräu hätte wohl ausgereicht, um einen bis ans Ende seiner Tage vom Whisky abzubringen. Unter der Schirmherrschaft von Allied Domecq hat sich Long John bis zur Unkenntlichkeit verbessert. Aber eben immer noch nicht gut genug.

No. 8 - John Begg (Blue Cap) - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

Royal Lochnagar (United Distillers), Crathie, Deeside, Aberdeenshire; Est. 1845
John Begg. Mit der Destillerie Lochnagar verwandt (ist im Bukett und im Geschmack zu spüren) ist dieser Scotch - wenngleich Flaschenform und Etikett ein wenig an Bourbon erinnern. Ein charaktervoller, typischer Scotch; in der Art, die den Ruhm dieses Getränks begründet hat.

No. 443 - Old St. Andrews (Faß) - 40,0 % Blended Scotch - 2,84 €

Old St. Andrews (Matthew Clark); London
Der Old St. Andrews Deluxe Scotch Whisky stammt von der gleichnamigen Firma in London, die sich den Namen 1982 schützen ließ und ihn in Großbritannien von Matthew Clark distribuieren läßt. Sie hatte die Idee, ihren Whisky in große Flaschen von etwas mehr als zwei Litern (eine halbe Gallone) zu füllen und diese Flaschen in einen auf einem Trolley montierten Golfsack zu stecken.

Das Produkt nach dem schottischen National-Heiligen zu benennen, lag nahe: gilt doch das Städtchen mit seinem Namen als der Vatikan des Golfs, wo mit dem "Royal & Ancient" der exklusivste Golf Club (und die oberste Regel-Instanz) sitzt und vor seinem Clubhouse ("members only") der berühmte Platz (der sich im Besitz der Gemeinde befindet, also ein öffentlicher Platz ist) liegt. Normalerweise sollte man so präsentiertem Whisky aus dem Wege gehen. Nicht in diesem Fall: seine Basis ist Malt aus Tomatin, der Brennerei, die einem japanischen Konsortium gehört. Die Japaner sind auch an Old St. Andrews beteiligt. Und in Japan hatte der Whisky, den es immerhin mit 5, 12 und 21 Jahren und zwischenzeitlich auch in Normalflaschengröße gibt, natürlich auch ihre größten Verkaufserfolge.

No. 15 - William Grants Family Reserve - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

The Glenfiddich & Balvenie Distilleries / Banffshire - Scotland; Est. 1887
Ein urwüchsiger und deutlich rauchiger Scotch in traditioneller Machart aus dem Hause des Familien-Unternehmens William Grant & Sons, aus dem auch der berühmte Glenfiddich stammt. Neben der De-Luxe-Qualität gibt es noch den weniger lange gelagerten Grant's finest. Von vierzig Malts, unter denen der Blendmeister wählen kann, finden sich fünfundzwanzig in diesem herrlichen Blend.

Darunter der Neuling Kininvie. Tatsächlich sind ca. 15 % der Malts im Grants von Balvenie, 15 % von Kininvie und 1o % von Glenfiddich. Den Rest teilen sich die übrigen. Das erklärt auch die klare Speyside-Note. Doch vielleicht ist es das Zusammenspiel so vorzüglich rauchiger Malts wie Craigellachie, Ardmore und Glengarioch mit den Islay-Malts Laphroaig und Bowmore, was eine derart explosive Komplexität ergibt. Der ebenfalls von Grants hergestellte Girvan nimmt unter den Grains eine beherrschende Stellung ein, während der Dumbarton für eine gewisse Robustheit und der Strathclyde vielleicht für den Anflug von Banane sorgen. Vom Duft her ist der Grants ein archetypischer Blended Scotch: eine gute Grainbasis, die durch hohe Malz-Noten bereichert wird - in diesem Fall unverkennbar von Speyside dominiert und mit einem Hauch rauchiger Tiefe. Jede Facette des Aromas ist rein und dennoch komplex. Und dann kommen noch süßlich-fruchtige Birnen- und Bananen-Anklänge hinzu. Brillant, faszinierend und köstlich strukturiert.

Sein Geschmack ist fest - die schärferen Malztöne und eine gewisse erdige Schwere sind ausbalanciert. Der Abgang des Grants ist sehr lang. Und zwar wegen der etwas viskosen Süße im oberen Rachen, die sich jedoch erst bemerkbar macht, wenn alle übrigen komplexen Noten abgeklungen sind. Grants Family Reserve ist ein umwerfender Whisky, einer der komplexesten Blends, den die schottische Whisky-Industrie je kreierte.

No. 92 - Rob Roy Scotch - Blended Scotch - 2,60 €

Distilled, blended and bottled by Morrison Bowmore Distillers Ltd./ Glasgow - Scotland
Hat einen extrem hohen Maltgehalt von 6o %, wobei der Blendmeister alle drei Malts der Firma Benutzt: Bowmore, Glengarioch und Auchentoshan. Größten Anteil am Rob Roy hat der Highland Malt Glengarioch. Mit seinem leichten Rosinenduft, dem sauberen, lebhaften Geschmack und dem raschen, trockenem Abgang prägt er auch diesen Blend. Ansonsten ist im süßen Duft ein Anflug von Lavendel und eine Spur Torf.

Ein würziges Prickeln in der Nase deutet auf einige leichtere Grains. Dazu kommt dann eine ölig-salzige Note, die an grüne Oliven erinnert. Der Geschmack ist reich strukturiert und ölig. Er haftet süß am Gaumen mit einer köstlichen, überraschend intensiven malzigen Note. Man entdeckt auch etwas Fruchtiges, ohne sagen zu können wovon, so vollmundig ist er. Den Malt kann man fast kauen, wobei er eine Note von Toffee, Vanille, Torf und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer entfaltet. Sein Abgang ist trocken mit viel Vanille und einem fernen Echo von Torf und Karamel. Rob Roy ist ein recht gehaltvoller Whisky mit enormer Tiefe. Der Grain scheint in angemessener Entfernung zu bleiben, so daß sich der Malt prächtig entfalten kann.

No. 5 - The Charles House - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

Bottled for the Charles House Glasgow - Scotland.
The Charles House ist ein feiner Blend.

No. 11 - Teacher’s Highland Cream - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

W.M. Teacher & Sons Ltd. / Glasgow - Scotland; Est. 1830
Teacher's Highland Cream ist, wie schon der Name sagt, ein weicher, leicht süßlicher, malzbetonter Whisky -wenigstens für eine Alltagsmarke. Dies rührt zum Teil von dem für einen Standard-Blend sehr hohen Malt-Gehalt her. Die Behauptung allerdings, ein Blend sei um so besser, je mehr Malt er enthielte, ist schlichtweg falsch. Trotzdem schadet diesem Blend sein hoher Maltanteil von 45 % ganz offensichtlich nicht - und noch weniger der Stil der Malts.

Seit der Gründung der Brennerei in Aberdeenshire spielt der schwere, torfige Ardmore eine tragende Rolle, die sich besonders beim Abgang hervortut. Auch der Glendronach trägt einen wichtigen Akzent bei, und von den vier Grains ist der North British der eindrucksvollste Außenseiter. Der Duft des Teacher´s ist schamlos reich und körpervoll. Die feine Süße vermag das intensivere Programm nicht zu übertönen. Der Grain ist durchweg deutlich spürbar, wird aber von kräftigem Torf und fruchtigem Malt in Schach gehalten. Eine betörende Mischung aus sinnlichen Ölen, Apfel, süßem Pfeifenrauch und einem abgenutzten, leicht polierten alten Chesterfield-Sessel. Einfach großartig. Sein Geschmack entfaltet sich augenblicklich am Gaumen und überschwemmt die Geschmacksknospen mit intensiven Toffee-Akzenten, während der dünne, härtere Grain gegen den tiefen Torfrauch ankämpft. Durchweg phantastische Tiefe und wundervolle Bittersüße. Gelegentlich ledrig, immer kernig.

Sein Abgang ist ausgedehnt; der Grain setzt sich fort mit eichentönigem, leicht markigem Alter und einem verräterischen Rauchherings-Finale mit Öl und Rauch. Dieser Whisky hat eine ungezügelte Vollmundigkeit. Erstaunlicherweise hat er sich mit den Jahren noch verbessert. Er bleibt einer der beständigsten und kraftvollsten Blends, die man sich gönnen kann. (Am besten mit etwas Wasser genießen).

No. 19 - VAT 69 - 40,0 % Blended Scotch - 2,60 €

William M. Sanderson & Son Ltd. / Edinburgh - Scotland; Est. 1882
VAT 69. Eine der bekanntesten Whiskymarken der Welt und ein frühes Beispiel für Marktforschung in der Whisky-Industrie. Unter 100 Blends wählten Experten im Jahre 1882, als die Verwendung von Grains bereits gestattet war, das Faß 69 als bestes aus. 45 Single-Whiskys, darunter wertvolle alte Malts, prägen den kraftvollen Körper und vollmalzigen aber milden Charakter des VAT 69.

Mit einer guten Maltbasis aus Clynelish und den beiden schwereren Speysides Linkwood und Dailuaine. Der Malt aus der wenig bekannten Teaninich Distillery sorgt, zusammen mit Clynelish, für eine klare, gemäßigte Süße. Der Duft des VAT 69 ist leicht und charmant mit schmetterlingszarten Noten klarer, ungeheuer frischer Speyside-Malts. Der Grain mischt sich ein, zeigt aber Respekt vor dem Malt und einem Untergrund aus köstlichem Torf. Äußerst suggestiv. Im Geschmack überwiegt ein herrlich saftig-grasiger Malt mit etwas stärkerem Rauch. Auch der Grain ist spürbar, aber auf eine sehr angenehme Art. Unglaublich frisch, ja: sogar durstlöschend! Im Abgang Echos von Grain, aber nur in süßlichen Vanille- und trockeneren Eichentönen. Bis zum Schluß ferne Anklänge an Torf. - Ein geradezu glorreicher Tropfen, der trotz fester Rauchbasis zur leichteren Sorte gehört. Eine clevere, köstliche Mischung - ein gutes Beispiel für die hohe Kunst des Blending. ...

No. 14 - Famous Grouse - 40,0 % Blended Scotch - 3,32 €

Matthew Gloag & Son Ltd. / Perth - Scotland; Est. 1880
The Famous Grouse hat keinen übermäßig hohen Malt-Gehalt; die Malzbasis des Glen Rothes und die anhaltende Süße des Tamdhu sind aber allgegenwärtig. Ein klein wenig Macallan gibt dem Ganzen noch eine gewisse Speyside-Tiefe. Die Grains jedoch, die 65% des Blends ausmachen, spielen die entscheidende Rolle, die auf einer faszinierenden Mischung der Festigkeit des North British mit der zuverlässigen Sanftheit eines Cambus beruht, der wenigstens 8 Jahre im Faß verbracht hat.

Durch gekonntes Blending entsteht ein mittelschwerer bis leichter Whisky, rund und nachhaltig und elegant. Nur daß der Grain hier so selbstbewußt und rein daherkommt, daß er eine zusätzliche Fülle beibringt, die wiederum zu den frischen, ebenfalls makellosen Malts paßt. Grüne reife, aufgebrochene Gerste ist das vorherrschende Aroma, an dem alles andere hängt. Geschmeidiger und zart rauchiger Duft mit Ankängen von süßem Sherryholz und milder Torfigkeit. Am Gaumen dasselbe neben dem Aroma reifer Früchte. Geschmacklich hebt der Whisky wirklich ab. Obwohl leicht und entschieden graintönig, nimmt er die Zunge voll in Anspruch. Die frische Jugendlichkeit, die in die Nase steigt, gewinnt am Gaumen noch an Prägnanz: marodierende, herrliche Gerste- und Speyside-Noten bewirken im Einklang einen wesentlich volleren und köstlich intensiven Geschmack. Harmonische Ausgewogenheit. Sein Abgang ist wirklich beeindruckend. Ziemlich lang für einen so leichten Whisky.

Später folgen noch Anklänge von Torf-Rauch und - unverkennbar - Eiche und Toffee-Apfel. Bevor das Grain am Ende obsiegt, kommt noch eine gewisse Würze zum Zuge. Eine Zeitlang war er eine Art Kult-Blend in Schottland. Gut abgerundeter, weicher & samtiger Blend der obersten Kategorie.

HIGHLAND SCOTCH MALT

Die Malts der südlichen Highlands und aus Pertshire zeichnen sich durch eine Honignote aus, während jene von der Ostküste ein unverwechselbares malziges, exotisches Aroma aufweisen. An der Westküste gibt es kaum Destillerien, aber einer der besten Malts des Gebietes besticht durch eine Meeres-Note, die die Aromen der Malts aus dem Norden dominiert, einer Region, deren Auswahl an komplexen, facettenreichen Malt Whiskys häufig übersehen wird.

No. 21 - Balblair; OA - (10 yrs.) - 40,0 % Highlands/Northern H. - 5,66 €

The Balblair Distillery Ltd. Dumbarton, Edderton, Tain, Ross-Shire; Built in 1749 (1790) seit 1996 geschlossen!
Dieser 10jährige Balblair wurde vom Hersteller (Inver House Distillers Ltd.) abgefüllt und ist ein trockener, würziger, etwas scharfer Single Malt von feiner Art. Seine Farbe ist wie dunkles Bernstein – fast schon kupferfarben. Er hat einen ausgeprägten, charakteristischen Duft von Rauch und Süße; und Birnen-Noten. Dazu ein gutes, dauerhaftes Aroma mit nelkenartiger Würzigkeit und Nuß-Aromen.

Sein Geschmack ist sauber, etwas einfach, leicht trinkbar und nussig. Sein Abgang ist vor allem rauchig. Er kommt in die Ballantine-Blends und wird als Single Malt hauptsächlich für den Export (in Großbritannien von Gordon & MacPhail) abgefüllt.

No. 28 - Dalmore - (12 yrs.) - 43,0 % Highlands/Northern H. - 6,80 €

Whyte & MacKay Distillers, Alness, Ross-Shire, Glasgow - Scotland; Est. in 1839
Ein großartiger Single Malt, der mehr Bekanntheit verdiente. Großer, stärkender, leicht salziger Duft, hinter dem sich die Süße von Schwarzen Johannisbeeren verbirgt. Kräftig, frisch. Volles und weiches Aroma mit Malz, Anis und Sherry. Läßt sich reichhaltig und ölig an, danach zerstäuben die komplexen Geschmacks-Nuancen am Gaumen, wobei Johannisbeeren dominieren. Den Hauch Süße hält er bis zum Schluß dezent zurück.

Trockener Abgang mit bittersüßer Note: Orangenmarmelade?, Heidekraut und etwas Torf sowie eine salzige Brise Meer. Köstlich!

No. 24 - Glenmorangie Malt - (10 yrs.) - 40,0 % Highlands/Northern H. - 6,24 €

Glenmorangie Distillery, Tain, Ross-Shire; Est.: 1843
Gehört eindeutig in die Northern Highlands; hängt aber seine Herkunft nicht an die große Glocke: ein hintergründiger, einnehmender Whisky mit ureigenem Charakter. Delikater Duft mit Birnen-Aroma. Angenehm frisch und süß mit einem Hauch Torf. Frische und grasige Noten. Weich, sanft und zugänglich. Im Geschmack körperreich, zitrustönig und würzig (Zimt, Walnuß, Sandelholz). Mittlerer Körper mit süßlich-frischem Abgang.

Erfolgreich und beliebt auch bei uns. Zum Probieren und Studieren: malzig-süße Noten, buttrig.

No. 97 - Glenmorangie Madeira - (12 yrs.) - 43,0 % Highlands/Northern H. - 8,34 €

Glenmorangie Distillery, Tain, Ross-Shire; Est.: 1843
Reifte zunächst 12 Jahre lang in amerikanischen Eichenfässern, um dann sein Finish in Mareira-Fässern zu erhalten. Grandiose Geschmacks-Vielfalt und eigenständiger Charakter bei dennoch typischen Glenmorangie-Eigenschaften.
Die Harmonie ist verblüffend und frappierend zugleich: ein großer unter den Malts!!!

No. 96 - Glenmorangie Portwood - 43,0 % Highlands/Northern H. - 8,34 €

Glenmorangie Distillery, Tain, Ross-Shire; Est.: 1843
Ebenso wie die beiden anderen Wood-finished-Versionen reifte er 12 Jahre in amerikanischen Weißeiche-Fässern, um dann sein Finish in Portweinfässern zu erlangen. Der Duft dieser Version ist betont fruchtig und weinig. Der Portwein scheint die im Glenmorangie enthaltene Toffee-Note zu verstärken. In ihm dominieren süße, weinige Noten. Er hat eine harmonische Würzigkeit, ist weich und geschmeidig. Der Abgang ist mild, beruhigend und entspannend.

No. 95 - Glenmorangie Sherry - 43,0 % Highlands/Northern H. - 8,34 €

Glenmorangie Distillery, Tain, Ross-Shire; Est.: 1843
Reifte zunächst 12 Jahre lang in amerikanischen Eichenfässern, um dann sein Finish in Sherry-Fässern zu erhalten. Grandiose Geschmacks-Vielfalt und eigenständiger Charakter bei dennoch typischen Glenmorangie-Eigenschaften.
Sherry und Rauchigkeit sind hervorstechend; nicht ganz so gelungen, wie seine beiden anderen Wood-finished-Kollegen.

No. 27 - Dalwhinnie; OA - (15 yrs.) - 43,0 % Highlands/Midlands - 6,94 €

The Dalwhinnie Distillery (United Distillers), Inverness-Shire; Est.: 1897-98; James Buchanan & Co. Distillers, Glasgow & London
Ist ein eleganter, aromatischer und trockener Single Malt mit sehr ausdrucksstarkem Körper aus der höchstgelegenen Destillerie Schottlands. Diese hat ein nettes Besucherzentrum; wie alle UDV-Classic-MaltDestillen. – Eben nett, aber dadurch auch ein wenig antiseptisch und langweilig. Der Malt ist ein leichter, mit etwas malzigem Duft und mit zartem Bukett. Etwas phenolisch, leicht torfig.

Dazu im Aroma frisch geschnittenes Gras, Heidekraut und leichte Erde – so, wie wenn ein Rasenmäher gerade über einen Maulwurfshügel gefahren ist... :-) Weiterhin zarter Honig und grüner Apfel. Am Gaumen harmonische Ausgewogenheit von Honig und Pfeffer. Er ist leicht und fruchtigsüß. Köstliches Aroma mit süßem, exzellent langem Abgang, der zunächst an Honig erinnert; später folgen grasige Noten und malzige Süße, bis endlich Torf dominiert. Zart, tänzelnd, weich (Perwoll-Whisky) Dazu unreife Honig-Melone und Vanille. Die verschiedenen Abfüllungen, die im Laufe der Jahre auf den Markt kamen, weichen etwas voneinander ab, was sicher dem Alter und benutztem Holz zuzuschreiben ist. Sein Abgang ist zart und leicht malzig. Ein guter Einsteiger- bzw. Hausfrauen-Whisky. Schön an einem lauen Sommerabend. Gehört zu den "Classic Malts" von United Distillers und präsentiert damit das Hochland.

No. 29 - Royal Lochnagar - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Eastern H. - 5,20 €

Royal Lochnagar Distillery Crathie, Ballater, Deeside, Aberdeenshire; Est.: 1845
Ist ein vollmundiger Single Malt mit viel Frucht, Geschmack und Komplexität und einem etwas süßen Abgang. Angenehm volles Aroma, Ingwergebäck und Sherrysüße in der Nase. Reichlich muskulös, dennoch angenehmer Körper mit einem vollen, malzig-fruchtigem Geschmack; robuste Angelegenheit mit wunderbarer Gewürznote (Gewürzbrot). Abgerundet, reichhaltig und mild. Ein Lieblingsgetränk der Königin Victoria, jetzt allgemein gut erhältlich...

No. 38 - Glengoyne; OA - (10 yrs.) - 40,0 % Highlands/Southern H. - 5,92 €

Glengoyne Distillery (Lang Brothers), Dumgoyne, Killearn, Stirlingshire; Est.: 1833 (1966 modernisiert)
Dieser 10jährige Glengoyne ist ein idealer Einstiegs-Malt: er ist völlig rauchfrei und kommt mild daher, ohne an Geschmack zu verlieren. Er ist harmonisch und erinnert an einen Lowland Malt – evtl. ist er noch ein wenig zu jung, da es ihm ein wenig an komplexität mangelt... Farblich hat er einen tiefen Goldton. Im weichen, runden und sehr angenehmen Duft hat er frische und warme Fruchtnoten (Apfel), Vanille und Marzipan und einen leicht malzig-trockenen Sherryton.

Sein Körper ist leicht bis mittelschwer, geschmeidig und abgerundet. Sein Geschmack ist zwar mild, gefällig und sauber – aber dennoch malzig-süßlich, geschmackvoll und sehr angenehm. Am Gaumen entfalten sich feine Süße und grasig-fruchtige Apfel-Aromen, die von einer zarten Sahnenote abgerundet werden Der Abgang ist lang und reich – zunächst noch süß, dann aber trockener werdend, sehr geradlinig und sauber. Sein Finish ist appetitanregend. Der Malt ist attraktiv und von zufriedenstellender Herbheit. Obwohl kein berühmter Malt, wird er zunehmend geschätzt. Wurde früher als Glen Guine oder Burnfoot verkauft; verwendet wird nur ungetorftes Malz. Die Jahrgangs-Malts sind ein Hochgenuß!!!

No. 6 - Oban; OA - (14 yrs.) - 43,0 % Highland/Western H. - 7,72 €

The Oban Distillery (United Distillers), John Hopkins, Stafford Street, Oban, Argyll; Est.: 1794
Hier im westlichen Hochland ist Schottland noch immer dünn besiedelt. 5ooo vor Christus kamen die ersten Siedler über das Meer an diese Küste und richteten sich in den Höhlen der Klippen ein. Diese Geschichte und die der Invasion aus Irland werden auf dem Etikett des zur Serie "Classic Malts" von United Distillers gehörenden 14 Jahre alten Oban erzählt.

Dieser ist ein bernsteinfarbener Malt, mit einem insgesamt betontem Duft, speziell der torfige Rauchton. Prickelnd reiner Duft, der an getrocknete Kräuter und Meeresbrise denken läßt. Mit ziemlich üppigem, geschmeidigem, leicht viskosem und weichem Körper und der ausgleichenden Süße ist dieser Whisky ein Beispiel für den Stil der Region. Am Gaumen entfalten sich Würze und leichte Rauchigkeit in harmonischem Einklang mit erfrischender Salzigkeit. Trocken, mit malzigen und fruchtigen Untertönen. Er gehört zu den "Classic Malts".

No. 93 - Glengannon Malt - (5 yrs.) - 40,0 % Highlands/Northern H. - 2,60 €

Glengannon Whisky Company, Edinburgh
Ein noch recht junger, frischer Malt.

No. 64 - Deanston; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Midlands - 7,62 €

The Deanston Distillery (Burn Stewart), Doune, Perthshire; Built in 1785 (Wollspinnerei) 1965/66 Umbau
Dieser 12jährige Malt wurde vom Erzeuger abgefüllt. Seine Farbe ist sehr hell und grünlich-golden. Wie ein Fino-Sherry. Im Duft hat er Leinsamenöl. Er ist ein leichter, geschmeidiger, weicher und fruchtiger Single Malt. Frischer, sanfter Duft mit einem Hauch Süße. Im Geschmack ist er leicht und sehr sauber. Und dezent malzig. Im süßen Abgang trockener werdend, erinnert er an einen leicht nussigen, trockenen Sherry.

Auch im Abgang ist er sehr leicht und mit nussigem Aroma. Er wirkt kaum wie ein Highland, eher wie ein sehr guter Lowland Malt. Er ist ein angenehmer, anregender Tropfen. Wie alle Pertshire-Singles kann er als Highland Malt gelten, trotz der relativ südlichen Lage der Brennerei, die jüngst mit dem Besitzer auch das Label gewechselt hat.

SPEYSIDE SCOTCH MALT

Speyside wurde das "Goldene Dreieck" des Malts genannt. Es gibt keine andere Region, die eine ähnliche Konzentration an qualitativ hochwertigen Malts aufweist. Wunderbare Komplexität und Ausgewogenheit sind hier an der Tagesordnung. Obwohl allen ein gewisses vornehmes Raffinement gemeinsam ist, findet man unendlich viele Variationen. Manche schwelgen in opulenten, reichhaltigen Sherry-Noten, andere sind sauber, luftig - aber sie alle verbindet eine vornehme Eleganz...

No. 421 - Glen Broch - (10 yrs.) - 40,0 % The Glen Broch Malt Co.; Glasgow - 3,02 €

Ein noch recht junger, körperreicher Whisky mit süßen und rauchigen Untertönen. Reifte 10 Jahre lang in Eichenfässern. Ist ein Vatted Malt; d.h., ein Verschnitt aus verschiedenen Malt-Whiskys, die meist aus derselben Region stammen und ohne den Zusatz von Grain Whiskys hergestellt werden.

No. 36 - Balvenie Single Barrel - (15 yrs) (198o) - 50,4 % Highlands/Speyside (bourbon cask) - 9,38 €

William Grant & Sons Ltd., The Balvenie Distillery Banffshire, Dufftown; Est.: 1892
Dieser offiziell (!!!) 15jährige Single Barrel wurde 1980 destilliert und im Jahre 2ooo abgefüllt. Balvenie Single Malts sind süßer als die von Glenfiddich. Für den Single Barrel werden ausschließlich erstmals verwendete Bourbonfässer genutzt. Seine Farbe ist blaßgolden. Sein Duft ist sehr präsent und trocken nach Eichen- und Zedernholz und Heidehonig.

Er hat einen festen Körper und ausgeprägtes Aroma mit Zitrus- und Kräuter-Noten, einem moschusartigem Honig-Orangenton und etwas Rauchigkeit. Anregender und sinnlicher Duft. Hitzig und von eleganter Ausgewogenheit. Sein Geschmack ist voll und intensiv: weiche und zugleich erdige Torfnoten. Fast ein Liqueur mit typisch langem, süßem Abgang nach Zimt, Ingwer und Pfeffer. Einzigartig! Die Malts bieten dem, der Glenfiddich absolviert hat, einen weiteren sanften Schritt in seiner Geschmacksbildung. Für Kenner! Vermutlich der beste Malt der gesamten Highlands.

No. 436 - Balvenie Port Wood; OA - (21 yrs.)(1989) - 40,0 % Highlands/Speyside (port cask) - 12,76 €

William Grant & Sons Ltd., The Balvenie Distillery Banffshire, Dufftown; Est.: 1892
Dieser Balvenie Port Wood wurde 1989 destilliert und lagerte zuvor in Port Casks. Bis auf diese 21jährige Abfüllung haben alle Balvenie´s ein zartrauchiges Aroma. Der Port Wood dagegen überrascht mit einer deutlichen Torf- und Portwein-Note. Er ist süß mit etwas Rauch. Und er hat auch Sherry im Aroma. Im Geschmack Malz, Torf und viel Portwein. Sein Abgang ist lang und weich.

No. 32 - Cardhu; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Speyside - 6,16 €

The Cardhu Distillery (United Distillers), Knockando, Morayshire; Est.: 1824
Cardhu ist der wichtigste Single Malt der United Distillers-Tochter Johnnie Walker. Der Malt ist hellgold- bis bernsteinfarben. Cardhus leichte bis mittlere Schwere, die sanfte Süße mit ausgezeichnetem Bukett und die Betonung auf der malzigen Süße nach warmem Honig und Gewürzen (Muskatnuß) spricht geschmacklich einen breiten Käuferkreis an. Frisch am Gaumen, leicht, appetitanregend, sehr dezent rauchig.

Weicher und wunderbar lang anhaltender, sanfter Abgang mit sirupartiger Süße, jedoch ausgewogen durch trockene, wenn auch leichte Anklänge von Torf. Inzwischen einer der beliebtesten Malts...-Hausfrauen-Whisky (:-)).

No. 43 - Glenfarclas 105; OA - (8 yrs.) - 60,0 % Highlands/Speyside - 7,34 €

Glenfarclas Distillery (J.& G. Grant), Marypark, Ballindalloch, Banffshire; Est.: 1836 (1844?)
Bekannt als "105" - nach dem alten britischen Proof-System. Er trägt keine Altersangabe, ist aber 8 bis 1o Jahre alt. Er ist eine sehr jugendliche Version für einen so voluminösen Malt, doch er kommt mit der ganzen Kraft seines hohen Alkoholgehaltes, der praktisch Faßstärke entspricht. Dieser Alkoholgehalt des warm-goldenen bis bronzefarbenen Malt macht sich ein wenig zu aggressiv bemerkbar; daher sehr stechend und scharf.

Dies stört etwas das sonst vorhandene runde, ausgereifte Aroma und die Harmonie. Ein saftig süßer Kern dringt jedoch durch. Er ist intensiv und würzig. Eine köstliche Verheißung: trocken und schnell präsent. Voluminös, geradlinig mit Spuren von Rosinen, Butterbonbon und Toffee. Dazu eine saftige Muskatnase. Geschmacklich sehr süß und üppig... wie Nektar. Vollmundiger, schwerer Körper mit langem, warmem Abgang. Ein guter Begleiter zu einem Obstkuchen. Der stärkste offiziell abgefüllte Malt überhaupt...

No. 40 - Glenfarclas; OA - (12 yrs.) - 43,0 % Highlands/Speyside - 6,36 €

Glenfarclas Distillery (J.& G. Grant), Marypark, Ballindalloch, Banffshire; Est.: 1836 (1844?)
Gehört zweifellos zu den größten schottischen Malts. Er wäre fraglos die klassische Marke des unteren Spey, wenn er darum nicht mit Macallan konkurrieren müßte. Bronzefarben. Trocken, schnell präsent, nussig, grasig, mit etwas Rauch. Voluminös mit etwas Sherry-Süße im Duft, der an Rosinen denken läßt - des weiteren an süße Früchte, Nüsse und Käse. Sein Körper ist fest, leicht ölig.

Am Gaumen wie geröstete Mandeln, Walnüsse und eine Fruchtigkeit, die an Orangen aus Sevilla erinnert. Sein Geschmack ist süß, leicht, einfach... Dieser Malt hat einen reichen Geschmack mit Anklängen von Torf-Rauch. Für viele Anhänger das vertrauteste Gesicht des Glenfarclas, komplex mit etwas Sherry. Mächtiger, mittellanger Abgang. Mit Eichentönen trotz der relativen Jugend. Ein Malt von höchster Qualität.

No. 26 - Aberlour; OA - (10 yrs.) - 43,0 % Highlands/Speyside - 6,18 €

Aberlour Glenlivet Dist. Co. Ltd. (Pernod Ricard), Aberlour, Banffshire; Est.: 1879 (Gründung 1826, Umbau 1880)
Ist ein Single Malt im vollen, abgerundeten Stil eines Digestifs. Die Brennerei ist in französischem Besitz und der Whisky in seinem Adoptivland besonders beliebt. Sauberer, reicher und malziger Duft mit Sahnebonbon-, Minztoffee- und Vanillenote. Entwickelt einen Hauch von Rauch mit einer Spur malziger Süße. Besonders intensiv; keksartige Noten, Minze, Muskat und Beerenfrüchte.

Reichhaltiger Körper und glatt mit sauberem Schwung im Abgang. Die „alte Allianz“ Schottland-Frankreich könnte in Cognac Stirnrunzeln verursachen... Zunehmende Beliebtheit.

No. 85 - Cragganmore; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Speyside (sherry cask) - 6,72 €

The Cragganmore Distillery (United Distillers); Ballindalloch, Banffshire; Est.: 1869
Cragganmore ist einer der großen Speyside-Malts und doch kaum bekannt – obwohl er auch noch zu den "Classic Malts" von United Distillers gehört! Er ist ein Whisky für Kenner aus einer relativ kleinen, aber anerkannten Destillerie. Die 1869 erbaute Brennerei ist sehr hübsch und liegt versteckt in einer Senke hoch über dem Spey. Ihr Wasser aus benachbarten Quellen ist relativ hart, und ihre Brennblasen sind im oberen Bereich ungewöhnlich flach – beides mag zur Komplexität dieses Malt beitragen, der in mehrfach benutzten Sherry-Fässern reift.

Dieser 12jährige in der Erzeuger-Abfüllung hat eine goldene Färbung. Er hat das komplexeste Malt-Aroma überhaupt. Er ist gehaltvoll und trocken. Und sein Bukett ist erstaunlich duftig und delikat mit süßlichen Noten von frisch geschnittenem Gras und Kräutern (Thymian?). Sein Körper ist leicht bis mittelschwer, aber sehr fest und geschmeidig. Sein Geschmack ist malzig-rauchig und rund. Und delikat, rein, zurückhaltend und mit einer enormen Bandbreite blumiger Kräutertöne. Sein Abgang ist lang und abgerundet. Der Inbegriff eines Speyside Malt!!! Von Blendern sehr geschätzt; die zu ihm gehörigen Blends, die McCallum´s, sind vor allem in Australien und im pazifischen Raum sehr beliebt.

No. 22 - Glen Grant - (5 yrs.) - 40,0 % Highlands/Speyside - 2,92 €

J. & J. Grant of Glen Grant Distillery Co. (Seagram/Chivas); Edinburgh & Rothes, Morayshire; Est. 1840
Dieser Whisky ist wahrlich ein Klassiker aus Rothes. Seit vielen Jahren und in vielen Altersstufen als Single Malt auch im Supermarkt (für um die 10,00 – 12,00 Euro) zu haben. Leicht, trocken, mit Spuren von Haselnuß und Fruchtigkeit in seinem komplexen Charakter. Mehlig, blumig und spritig mit frischem Apfel-Aroma. Mit Wasser getrunken, kommt Erdbeer- und Sahnegeschmack zum Vorschein. Mittelschwer und frisch; aber überraschend gehaltvoll. Körper etwas klebrig, fast harzig. Sehr blaß: "Weißwein".

Nicht sehr beeindruckend. Sein Geschmack ist spritig und er erinnert an Birnenschnaps. Der Abgang ist fruchtig und schnell. Beliebt in Italien. In einer Hinsicht allerdings sollte man Glen Grant lobend erwähnen: mit ihrer Anti-Färbungs-Kampagne für die Standard-Abfüllung bringen sie doch einige Otto-Normalverbraucher zum Nachdenken...

No. 39 - Glendronach Sherry; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Speyside (sherry cask) - 8,64 €

The Glendronach Dist.Co.Ltd. (Allied Distillers); Huntley, Forgue, Aberdeenshire; Licensed Since 1826
So richtig "silent" war The Glendronach Distillery ja nie – obschon die Besitzer Allied Distillers auf Geheiß der mächtigen Mutter Allied Domecq den Betrieb 1996 einstellten. Interessierte konnten aber diese Brennerei im "Tal der Brombeerhecken" (so Glendronach auf gälisch) nach wie vor besichtigen; es gab an jedem Werktag 2 Führungen, bei denen zu sehen war, daß die gesamte Einrichtung nur ruhte und nicht endgültig abgeschrieben worden war.

Am 1.Mai 2oo2 war nun die Wiederinbetriebnahme dieser Brennerei, die seit 1826 eine Lizenz hat und nach wie vor an den Traditionen festhält. So interessant der Vergleich zwischen dem Glendronach Original und dem Glendronach Sherry auch sein mag – letzterer wird nicht mehr hergestellt. Die Unternehmensleitung war der Meinung, sein außerordentlich schwerer Sherry-Charakter sei zu dominant. Inzwischen sind beide durch den Glendronach Traditional abgelöst worden, der die Vorzüge der früheren Versionen in sich vereinen soll. Glendronach ist von schöner, sehr tiefer Bernsteinfarbe. Im Duft intensiv nach Sherry (süßer Oloroso?), süß und sanft. Sehr üppiger Körper. Im Geschmack hat er ein sehr schönes Gleichgewicht zwischen Sherry-Charakter und Malzigkeit. Etwas karamelartige anhaltende Süße, ohne zu übertönen und mit rauchigen Anklängen. Ein sehr langer, angenehmer Abgang mit sanfter Trockenheit.

No. 33 - Glenfiddich Special Old Reserve (o.A.) - 40,0 % Highlands/Speyside - 4,62 €

The Glenfiddich Distillery (William Grant & Sons Ltd.), Dufftown, Banffshire; first distilled in 1886/87
Wurde dank eines überzeugenden Marketings zum meistverkauften Single Malt der Welt. Der frühe Beginn (Single Malt in Flaschen abzufüllen) war mit Sicherheit Basis für den Erfolg von Glenfiddich. Und dazu beihetragen hat zweifelsohne auch der Umstand, daß er im Geschmack zu den zurückhaltenderen Malts zählt. Angeblich ist er – auch wenn er keine Altersangabe trägt – 8 Jahre gereift.

Sein angenehm leichter und weicher Charakter machte den Malt generell einem größeren und breiteren Käuferkreis zugänglich. Er ist gut trinkbar, sehr blaß (wie "Weißwein"), mit sehr hellem Aroma und nachträglicher Süße; einem leichten, feinem Hauch von Torf. Dazu etwas Fruchtigkeit. Sein Körper ist leicht, mager, fest und geschmeidig. Im Geschmack hat er einen recht trockenen Malzton und schmeckt nach Birnenschalen. Hinzu kommt eine deutlicher werdende Fruchtigkeit. (Ein Schuß Wasser öffnet einen leichten Rauchton und süße, malzige Noten.) Er ist einfach und ausgeglichen. Ein empfehlenswerter Malt. Sein Abgang ist verhalten und aromatisch. Als Start für Whisky-Anfänger geeignet! Allerdings tat man ihm wirklich nichts Gutes, als man "Special Old Reserve" auf das Etikett dieses Standardwhiskys drucken ließ. Wahrscheinlich ist nichts in dieser Flasche älter als sieben oder acht Jahre.

No. 25 - Glenlivet; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Speyside - 5,00 €

The Glenlivet Distillery, George & J.G. Smith (Seagram/Chivas); Minmore, Banffshire Est. 1747 (1824)
Weit entfernt von seiner bergigen Heimat ist Glenlivet, unterstützt von der Marktmacht Seagrams, zum meistverkauften Single Malt auf dem großen amerikanischen Markt geworden. Dieser blaßgoldene Whisky hat ein bemerkenswert blumiges, reines und zartes Aroma mit süßen Birnen- und Weintrauben-Noten, Malz und Vanille. Sein Körper ist leicht bis mittelschwer, fest und geschmeidig. Der Geschmack ist rund, süß, blumig, fruchtig und pfirsichartig.

Es gibt Anklänge von Birne (die aus der Dose), Vanille und ein delikates Gleichgewicht zwischen malziger Süße und Trockenheit. Der Abgang ist zurückhaltend, eher kurz, karamellig süß und leise wärmer werdend.
"The Glenlivet" sagt das offizielle Etikett auf diesem elegantesten und komplexesten alles Single Malts. (Spitzenkategorie!) Die Namen der ursprünglichen Produzenten, George und J.G. Smith, stehen versteckt unten. Nach Alter und Stärke differierende Versionen von Gordon & MacPhail stellen zur Abgrenzung den Namen Smith mehr heraus. Ein Malt, der nie enttäuscht; beliebt und überall erhältlich.

No. 31 - Longmorn; OA - (15 yrs.) - 43,0 % Highlands/Speyside - 8,22 €

The Longmorn Dist. Company (Seagram/Chivas), Longmorn, Elgin, Morayshire; Est.: 1894-95
Ist ein ausgesprochen nuancenreicher Single Malt, der sich früher als Glenlivet ausgab, jetzt aber Abstand davon nimmt. Seine Farbe ist voll und goldfarben. Er hat ein herrlich angenehmes, volles Bukett, üppig, leicht ölig, mit Spuren von Gerstenmalz und blumigen Noten. Sein voller Körper ist fleischig und überraschend angenehm. Er ist geschmeidig, abgerundet, mittelschwer bis mächtig.

Im Geschmack hat er überreife Fruchtigkeit mit etwas Melasse, Toffee und Honigwabe. Am Gaumen entfalten sich Melasse, getrocknete Kräuter und Nußgeschmack. Er hat eine sehr betonte, frische, reine, getreideartige Malzigkeit. Sein Abgang ist trocken-malzig, nussig und mit Sherry-Tönen. Er ist ölig, elegant und dicht. Und er ist appetitanregend und sehr lang.

No. 34 - Glen Moray; OA - (12 yrs.) - 43,0 % Highlands/Speyside - 7,30 €

Glen Moray - Glenlivet Distillery Co. (Macdonald & Muir), Elgin, Morayshire; Est.: 1897
Glenmorangie und Glen Moray – es ist purer Zufall, daß zwei Malt Whiskys mit so ähnlichem Namen vom selben Unternehmen hergestellt werden. Glenmorangie mag bereits allseits bekannt sein, doch der Bruder im Süden ist auf dem besten Wege, sich einen eigenen guten Ruf zu erwerben. Die 12jährige Standard-Version des Glen Moray erhielt in den letzten Jahren den Zusatz "'93", um an die Gründung von Macdonald and Muir vor einem Jahrhundert zu erinnern.

Verpackt werden die Flaschen in eine Serie hübscher Blechdosen, die mit den Uniformen mehrerer Hochlandregimenter verziert sind. Für manchen ist dieser sehr blaß-goldene Whisky vielleicht etwas streng, jedoch gut ausbalanciert und elegant. Im Duft ist er üppig, rund, kräftig und grasig. Er hat Anklänge von frischem Heu und Gerste. Manche Versionen haben auch ein feines, leichtes und fruchtiges Aroma. Sein Körper ist leicht, aber geschmeidig und fest. Seine Reife kommt im Geschmack zum Tragen. Dieser ist sehr fett und voll und aromatisch malzig. Gerste und eine Spur von Torf schwingen mit.Er hat einen warmen, langen, leicht süßlichen Abgang mit frischer, haferflockenartiger Trockenheit. Ein wenig hat man das Gefühl, einen intensiven Wein zu genießen.

No. 23 - Knockando; OA - (12 yrs.) (1989) - 43,0 % Highlands/Speyside - 5,68 €

Justerini & Brooks Ltd. / London & Knockando, Morayschire; Est. 1898
Die 1898 gebaute Destillerie produziert seit jener Zeit Malt Whisky von außergewöhnlicher Qualität. Sie liegt im Herzen des Dorfes mit dem gleichen Namen, der ursprünglich aus dem Gälischen Cnoc-an-dhu stammt, was soviel wie "kleiner schwarzer Hügel" bedeutet. Die Brennerei steht am Ufer des Spey – der Fluß, der der Region seinen Namen gegeben hat, die in dem Ruf steht, die Heimat des besten Whiskys der Welt zu sein.

Hier sind Wasser und Luft am reinsten und das Klima am gemäßigsten. – Der Whisky wird in Knockando zweifach destilliert und anschließend zur Reifung in Eichenfässern gelagert. Um dem Whisky einen nußähnlichen Geschmack zu geben, werden einige Sherryfässer verwendet; jedoch nur soviele, um sicher zu gehen, daß der echte Whisky-Geschmack nicht überdeckt wird. Früher wurde nur in den Wintermonaten destilliert und der so hergestellte Whisky wurde als von einer Saison stammend bezeichnet. Diese Tradition wurde – obwohl heute das ganze Jahr über destilliert wird – beibehalten und auf den Flaschen steht noch immer die Saison der Herstellung; eine Tradition, die Knockando nach wie vor von den meisten anderen Brennereien unterscheidet. Trotz seines eigenwilligen Namens ein sehr seriöser Single Malt mit leichtem bis mittelschwerem Körper und Nußgeschmack (gebrannte Mandeln?). Leichter, voller, luftiger Duft mit sanften Blüten-Aromen und buttrigen Noten. Blumig und mit einem Anflug von griechischem Joghurt, Himbeeren,Honig und Sahne, die hinter der Frische am Gaumen zum Tragen kommt.

Ein geschmackvoller, sirupartiger, cremiger Tropfen für die Mittagszeit. Gewinnt mit dem Alter viel Charakter. Ein wenig likörhaft mit raschem Abgang.

No. 438 - Glenrothes Select Reserve; OA (o.A.) - 43,0 % Highlands/Speyside - 6,34 €

The Glen Rothes Distillery (Highland Distillers), Rothes, Morayshire; Est.: 1878
Dieser Whisky ist ein völlig neues Produkt (2oo6) der Glenrothes Distillery und wurde 2oo6 in San Francisco auf der „World Spirits Competition“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Dies ist die erste (!) Abfüllung, die Glenrothes ohne Altersangabe auf den Markt gebracht hat – vermutlich (!) besteht der Malt also zumindest in Teilen aus Malts, die jünger als 1o Jahre sind... Der Whisky ist ein Vatting von ausgesuchten Fässern verschiedener Jahrgänge.

Verwendet wurden sowohl First Fill Sherry Casks als auch Refill Bourbon Casks. Jedes Faß schmeckt zwar anders – aber immer elegant, fein, ausgeglichen und einander ähnlich... Vermählt wurden die Whiskies von Malt Master John Ramsay, der einen Malt entstehen ließ, der alle Charakter-Eigenschaften von Glenrothes in sich vereint und neben den qualitativ sehr hochwertigen Jahrgangs-Abfüllungen der Destillerie auch bestehen kann. Der Malt in der bauchigen Flasche leuchtet besonders intensiv. Im Aroma findet man den typischen Glenrothes-Ausdruck: Eiche, reife Früchte, Zitrusfrüchte, Vanille und Kokosnuß und Spuren von Gewürzen. Hintergründig sind auch Pflaumen-Aromen zu entdecken. Im sehr malzigen und süßen Geschmack hat man reife Frücht, frische Zitronen-Noten, eichentönige Vanille- und Gewürz-Nuancen und Honig. Die Vanille-Aromen harmonieren wunderbar mit den zarten Orangen-Tönen. Am Gaumen spürt man den herrlich cremigen Körper. Im mittellangen und trockenen Abgang geht er in Richtung Gewürze ...

No. 30 - Macallan; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Highlands/Speyside (fine oak cask) - 6,50 €

The Macallan Distillers Ltd., Craigellachie, Banffshire; Est.: 1824
Bei Blendmeistern, die diesen Malt als Spitzenbestandteil einsetzen, war das Unternehmen schon lange bekannt und angesehen. Als Single Malt war der Macallan bis in die 6oer Jahre hinein nur in Speyside erhältlich. Auch wenn weiterhin der Großteil der Produktion ins Blending wandert, gibt es heute bereits eine Vielzahl von Abfüllungen, die das Unternehmen jedoch versucht, in Grenzen zu halten. Der 12jährige hat eine schöne Bernsteinfarbe.

Sein Aroma ist schon in jungen Jahren sehr rund und tief. Sherry mit buttrigem, honigartigem Malzcharakter ist deutlich zu spüren. Sein Körper ist vollmundig, ohne sirupartig zu sein. Im Geschmack viel Sherry - ohne zu üppig zu werden. Viel Malz. Süßlich. Sein Abgang ist genußreich, malzig mit Ingwer, rauchig und trockener werdend. Für einen der vielen prominenten Anhänger vom Macallan, den Schriftsteller Kingsley Amis, ist dieser 12jährige das, mit seinen Worten „beste Glas“. Vom 1o- bis zum 12jährigen entwickelt sich der Charakter des Whiskys merklich weiter.

LOWLAND SCOTCH MALT

Die Whiskys der Lowlands stellen eine perfekte Einführung in die Welt der Malts dar. Der niedrige Torfgehalt sowie die dreifache Destillation bringen Whiskys von delikatem, angenehmem Körper hervor. Das bedeutet aber nicht, daß es den Lowland Malts an Komplexität mangelt. Campbeltown sollte als eigenständige Region betrachtet werden, die zudem alle großen Eigenschaften des Malts in einem Glas zu vereinen weiß.

No. 45 - Glenkinchie; OA - (10 yrs.) - 43,0 % Lowlands/Eastern L. - 6,94 €

The Glenkinchie Distillerie (United Distillers), Pencaitland, East Lothian; Est.: 1837
Glenkinchie liegt nahe dem Dorf Pencaitland im Kinchie-Tal, nur ca. 25 Kilometer außerhalb von Edinburgh, zwischen den sanften, grünen Lammermuir Hills und den kleinen Seebädern am Firth of Forth. Die Destillerie mit ihrem eigenen Bowling-Rasenplatz ist mitten im Weideland angesiedelt. In den 4oer und 5oer Jahren züchtete der Leiter der Brennerei preisgekrönte Rinder, indem er sie mit Getreideresten fütterte.

1968 wurde die frühere Malztenne in ein Malt-Whisky-Museum umgewandelt. Unter den Exponaten befindet sich auch ein schön gearbeitetes Modell der Destillerie, das 1924 von der für ihre Modell-Dampfmaschinen bekannten Firma Basset-Lowke für die Londoner Empire-Ausstellung gebaut wurde. Der 1ojährige Malt ist ein Durchschnitts-Malt mit gutem Aroma – ideal zum Beginn eines Tastings. Er hat eine goldfarbene Tönung. Sein Duft ist zart, sehr süßlich-aromatisch und mit grasiger Süße. Darüber hinaus auch gefällig fruchtig und blumig: Malz, Gras, feiner Rauch, Zitrone, grüner Apfel, Melone, grüner Wein-Trester bilden die Grundlage des Aromas. Der Körper ist leicht bis mittelschwer und etwas zähflüssig. Im milden und ein wenig flachen Geschmack hat er eine reine, malzig-grasige Süße, ist weich, klar definiert und mit breiter Geschmacks-Entfaltung. Leider hat er hier nur einen Anflug der im Aroma vorgefundenen Früchte. Im eher kurzen aber wärmenden Abgang nimmt er einen Gewürzton an (Ingwer, Zimt???). Ansonsten ist er anfangs angenehm holzig-würzig, später kommt leichter Rauch und Malz. Er ist einer der sechs "Classic Malts" von United Distillers.

No. 46 - Auchentoshan; OA - (10 yrs.) - 40,0 % Lowlands/Western L. - 6,56 €

The Auchentoshan Distillery, (Morrison Bowmore) Dalmuir, Dumbartonshire; Est.: 1823 (1800)
Dieser 1ojährige Auchentoshan hat als Farbe ein strahlendes Gold mit grünlichen Lichtern. Sein Duft ist leicht, frisch und grasig mit zitronigen Noten. Er riecht wie eine Sattlerei. Er hat aber auch Leinsamenöl und Limonenzesten zu bieten. Der Körper des Malt ist weich. Im leichten, sauberen Geschmack überwiegt Zitronengras mit Zitrus- und Orangen-Noten. Er hat eine klare und saubere Süße mit Honig- und Vanille-Noten. Er schmeckt "teuer".

Der Abgang ist ingertönig, frisch und recht trocken. Und etwas wärmer werdend. Ein knuspriger, attraktiver Malt, frisch wie ein Gänseblümchen, der mit einem langen, klaren Abgang erfreut. Inzwischen überall im Handel erhältlich.

No. 35 - Bladnoch; S - (15 yrs.) (1992) - 43,0 % Lowlands/Süd (hogsheads) - 3,96 €

The Bladnoch Distillery, Wigtownshire; Est.: 1895 (1817) - Schottlands südlichste Brennerei (seit 1993 geschlossen)
Dieser 15jährige Bladnoch wurde am 04.03.1992 destilliert und vom unabhängigen Abfüller Signatory Vintage Scotch Whisky Co. Ltd. von zwei (!) Single Hogsheads (Casks No. 734 und 735) am 29.05.2007 mit 43,0 Vol.-% abgefüllt. Der Malt wurde nicht gefärbt. Er hat eine sehr helle weiß-weinige, weiß-gelbe Färbung – fast so wie 333er-DDR-Gold. Nach längerem Stehen trübt der Whisky leicht ein. Sein Duft ist süß und frisch mit einer zunächst leicht spritigen Lemon-Gras-Note (riecht ein wenig wie "Jever Lemon"), fruchtigen Aromen (grüner Apfel, Birne) und Gewürz-Noten (Muskat?). Darüber hinaus lassen sich auch weiß-weinige Aromen und Getreide-Noten recht gut ausmachen. Er hat nur ganz leichten Rauch, etwas Malz und den Duft von getrockneten und geschwefelten Früchten (Banane, Apfel etc.) in der sehr schönen Nase. Sein Körper ist weich und gefällig und die leichte Öligkeit zieht am Glasrand unregelmäßige Fahnen. Sein Geschmack ist cremig(?)-süß, bissig und mit leichter Säure. Er hat eine undefinierbare Röst-Note, eichige und strohige Noten und einen Anklang von Bitter-Orange (???) bzw. Bitter-Mandel-Aroma. Eine leichte Schärfe taucht erst recht spät auf. Sein mittellanger Abgang ist wärmend und leicht trocken, angenehm malzig und mit einer verhaltenen Süße von Honig (?) und einer leichten Salzigkeit. Alles in allem ist er kein überragender Bladnoch – aber doch ein recht schönes Beispiel für den Stil der Destille und der Region...

No. 37 - Loch Lomond; OA (o.A.) - 40,0 % (Lowlands) – südl.Highlands - 3,32 €

Loch Lomond Distillery Co. Ltd., Dumbartonshire, Lomond Ind. Estate; Est.: 1965 (von 1984-1987 geschlossen)
Die Destillerie Loch Lomond liegt leider nicht am legendären und vielbesungenen See, der ihr den Namen gegeben hat, sondern südlich von ihm in einem häßlichen Industrie-Gebiet am Rand der Ortschaft Alexandria. Damit befindet sie sich knapp nördlich der imaginären Grenze zwischen den Lowlands und den Highlands, darf sich also zu letzteren rechnen.

Die Brennerei am River Leven, der den See mit dem Clyde verbindet, war früher eine Fabrik und wurde erst 1965/66 von einer amerikanischen Firma gebaut, der auch Littlemill gehörte und an der auch Barton Brands beteiligt war. Deren neue Besitzer ADP (Amalgamated Distilled Products) schlossen sie 1984 und verkauften sie ein Jahr später an Glen Catrine Bonded Warehouse. Sie hat ungewöhnliche stills, die verändert werden und deshalb ganz verschiedene Whiskies produzieren können: In die Köpfe von zwei der vier Brennblasen sind Rectifyer eingebaut, die wahlweise benutzt werden können. Es werden auch verschiedene Gerstensorten und vor allem ganz unterschiedlich getorftes Malz verwendet (u.a. eines, das von Port Ellen kommt und stark phenolisch ist). Außerdem wird manchmal der middlecut des zweiten Durchlaufs unterschiedlich abgetrennt. – Wegen dieser vielfältigen Möglichkeiten produziert Loch Lomond sechs verschiedene Malts, von denen allerdings nur zwei (Inchmurrin und Old Rhosdhu) als Single Malt auf den Markt kommen. Während Glen Douglas, der schwer getorfte Croftengea, Inchmoan und Craiglodge einstweilen nur zum Blenden verwendet werden.

Loch Lomond ist ein schwerer, öliger Whisky, für den gemälzte, d.h. über Torffeuer getrocknete Gerste verwendet wird. Dadurch erhält er seine unverwechselbare dezente Rauchnote. Dazu hat er im Aroma frische Apfel- und Obstler-Noten. Auch leicht getreidige Nuancen. Seine Farbe ist von goldenem Bernstein. Er hat feine Süße, ist vorne weich und geschmeidig und doch ein wenig rauchig in der Nase; nach hinten hin wird er scharf. Er hat Obstler-, Getreide- und Karamelbonbon-Noten im Geschmack. Er ist nachhaltig und mild im Abklang. Sein Nachklang dagegen ist flach und kurz. Dieser Whisky ist wohl gerade erst volljährig: ca. 3 Jahre alt. 2002

ISLAY SCOTCH MALT

Islay ist die Heimat von Schottlands größter Sammlung getorfter Malt Whiskys. Die Seele der Insel scheint im Glas eingefangen zu sein - die Meeresluft, der Torfgeruch, die Kombination von rauen Aromen und lieblicher Fruchtigkeit. Nur 2 Sorten weisen wenig Torf auf und eignen sich für Islay-Anfänger, die übrigen zeigen - obwohl sie vollmundig und rauchig sind - eine elegante Kraft. Wer diese Malts einmal probiert hat, wird sie nie vergessen ...

No. 87 - Caol Ila; S - (14 yrs.) (1992) - 43,0 % Islay (Nordküste) (hogshead) - 6,42 €

Caol Ila Distillery, (United Distillers) Port Askaig, Isle of Islay; Est.:1846
Dieser 14jährige Caol Ila wurde am 13.05.1992 destilliert und vom unabhängigen Abfüller Signatory von einem Single Hogshead (Cask No. 06/771/2) am 02.11.2006 mit Trinkstärke von 43,0 Vol.-% abgefüllt. Der Malt wurde nicht kühlgefiltert und auch nicht gefärbt. Diageo hat in den vergangenen Jahren die Caol Ila Distillery schrittweise modernisiert. Heute gilt sie als eine der technisch am besten ausgestatteten Destillerien. Der Name der Brennerei bedeutet genau genommen "Meeresenge" – denn sie liegt in einer kleinen Bucht an der Meerenge zwischen den Inseln Islay und Jura. Daher weist der Charakter des Malts auch viele Gemeinsamkeiten mit Jura-Whisky auf. Das in Caol Ila verwendete Wasser ist nämlich recht kalkhaltig, intensiv salzig und besonders mineralhaltig. Der Whisky erinnert daher so gar nicht an einen klassischen Islay-Whisky: zwar ist er ölig und auch salzig – doch darüber hinaus zugleich auch fruchtig. Daher eignet er sich besonders als Aperitif. Die Destillerie Caol Ila hat einen sehr guten Ruf. Deshalb sind die Whiskys dieser Brennerei sehr gefragt und werden sehr häufig auch in diversen Blends verarbeitet. Die Farbe dieses Malt ist recht hell und erinnert an einen Fino Sherry. Im Duft hat er eine komplexe Aroma-Struktur und ein ausgeglichenes Verhältnis von kaltem Torf-Rauch und einer leichten Vanille-Note. Mein erster Eindruck in der Nase war jedoch: Sherry!

Der Malt riecht frisch und jung und trocken. Eine leichte Süße kommt von der Vanille. Mancher meint, er könne Zitrus-Noten (?) ausmachen... Andere riechen Rosinen (?)... Mit Zitronat könnte ich vielleicht (!) noch mitgehen... Und mit Toffee-Noten, Karamell und leichter Salzigkeit... Der Körper ist geschmeidig und sehr fest und eher leicht. Im überraschend flachen Geschmack mit weicher (!) Schärfe und säuerlichen Noten hat er malzige Süße, fruchtige Ester, Karamell und schmeckt sogar ein wenig nach Thymian... Später entwickelt er eine torfige Trockenheit. Sein sehr öliger, kurzer und trockener Abgang wirkt wärmend. Zum Ende hin wird er fast staubig-trocken!!! Die hier vorliegenden Flaschen sind die Bottles No. 388 und 389 von limitierten 428 Flaschen. Allerdings verkündete der Importeur, daß er die letzten Kartons davon bekommen hätte – danach gibts nur noch 1996er Destillationen vom Signatory-Caol Ila..

No. 94 - Laphroaig; OA - (10 yrs.) - 40,0 % Islay (Südküste) - 5,44 €

The Laphroaig Distillery, D. Johnston & Co. (Allied Distillers); Dumbarton, Isle of Islay; Est.: 1815
Laphroaig (sprich: "La-froig") bedeutet auf gälisch "die schöne Niederung an der breiten Bucht". Genauso schön ist die Gegend um die Destillerie, die auf der abgelegenen Insel Islay (sprich: "Ei-la") im Westen Schottlands zu finden ist. Laphroaig verkörpert die Einzigartigkeit Islays - schwer, rauchig, torfig und mit viel Charakter. Der Laphroaig ist so einmalig wie die Insel selbst.

Von kräftig gold-schillernder Farbe hat er einen Hauch Seetang. Er ist schwer und robust, rauchig, süßlich torfig und salzig. Sein Abgang ist langanhaltend und ausgeprägt.

No. 49 - Laphroaig Cask Strenght - (10 yrs.) - 57,3 % Islay (Südküste) - 10,42 €

The Laphroaig Distillery, D. Johnston & Co. (Allied Distillers); Dumbarton, Isle of Islay; Est.: 1815
Laphroaig benennt sich selbst als den aromareichsten Malt Whisky der Welt. Niemand hat bisher Laphroaig dieses Attribut je streitig gemacht. Am stärksten ist der Duft eines 10jährigen Laphroaig in Faßstärke: soviel Torf, Phenol, Ozon und Meer (Seetang) findet man in keinem anderen Whisky. Er ist unverwechselbar und medizinartig (Jodcharakter). Sehr ausgeglichen.

Und er hat ein stark rauchiges Aroma mit etwas fischiger Öl-Note, Vanille, Salmiak und floralen Tönen. Insgesamt eine reichhaltige Mischung. Dazu ein Hauch Sherry mit leicht keksiger Knusprigkeit. Im Geschmack ist er vollmundig und salzig, mit süßem Rauch, Malznoten, frisch und trocken und eher mit leichtem Körper. Sein Abgang ist relativ kurz, hat immer noch Torf und Rauch und etwas süßem Kokosnuß-Geschmack im Nachklang. Der offenbart die Nähe der Brennerei zur See. Ein eher strenger Whisky; aber mit Sicherheit der beste Laphroaig aus der unteren Preis-Liga (sollte in keiner Islay-Fan-Bar fehlen...)

No. 4 - Lagavulin; OA - (16 yrs.) - 43,0 % Islay (Südküste) - 8,16 €

The Lagavulin Distillery (United Distillers), Port Ellen, Argyll, Isle of Islay; Est.: 1816
Dieser 16jährige Lagavulin ist einer der sechs "Classic Malts" von United Distillers. Seine Farbe hat einen tiefen Bernsteinton. Im Duft offenbart er eine deutliche Sherrynote. Viele Anhänger meinen, daß der deutlichere Sherry-Charakter des 16jährigen für einen vollständigeren Zusammenklang der Aromen sorgt.

Dazu hat er eine große Duft-Woge mit Rauch- und elegantem Holzaroma, nussiger Fruchtnote und einer Andeutung von Ledergeruch. Der Körper des Malt ist vollmundig, kräftig und geschmeidig. Der Malt hat einen reichhaltigen, pflaumigen Beginn. Seine Trockenheit wird zunächst von der Süße seines Sherry-Charakters abgepuffert. Während sich der Geschmack entfaltet, treten insbesondere salzige Noten hervor. Sein Abgang ist gewaltig, kraftvoll, salzig und einnehmend - bevor sich im Abgang Torf wieder bemerkbar macht. Der Whisky hat seinen Nachbarn den Rang als Klassiker der Region abgelaufen.

No.424 - Ardbeg Ten; OA - (10 yrs.) - 46,0 % Islay (Südküste) - 7,70 €

The Ardbeg Distillery, (Allied Distillers); Port Ellen, Argyll, Isle of Islay; Est.: 1815 (Reopened in 1989)
Vor 1815, als die Brennerei offiziell ihre Lizenz erhielt, wurde hier schwarz gebrannt. Der Großteil des erzeugten Whiskys wurde früher für Blends verwendet; mittlerweile gibt es ihn aber auch als Single Malt in verschiedenen Abfüllungen. Leider ist der Ardbeg nicht mehr so gut wie vor seiner zeitweiligen Schließung zwischen 1981-1989.
Dennoch ist und bleibt er einer der Whiskys von Schottland. Der neu erschienene 1ojährige Ardbeg TEN hat wieder die Rauchigkeit, wie wir sie von früher kennen. Sein Duft ist sehr intensiv und gelungen: typisch junger Ardbeg; torfrauchig, teerig, erdig, jodig, ölig, würzig und salzig nach Seetang und Sägemehl. Auch etwas verbrannt.

Sein Körper ist nur mittelschwer bis voll, jedoch sehr fest: ein Leicht-Schwergewicht mit dem Punch zu einer höheren Klasse.Sein Geschmack gibt sich zunächst süßlich - von Bitterorangen-Marmelade bis zu intensivem Malz. In der langen Mitte wird er gewaltig und schwermütig zugleich: Bitterschokolade, mildes Malz, erdiger Torf, etwas Java-Kaffee und die Süße von braunem Rohrzucker dominieren nun. Manche mögen ihn vielleicht ein wenig unreif finden; ich mag diese "Kalte-Espresso-Note". Er ist rauchig und salzig. Und ein wenig nach Holz. Die 46,0 Vol.-% sind ideal... nicht wie die 40,0 Vol.-% beim 17jährigen... 2002 wurde er bei www.whiskymania.de zum "Whisky des Jahres" in der Kategorie MALT SCOTCH WHISKY (Destillerie-Abfüllungen) gewählt.

No. 51 - Bowmore; OA - (12 yrs.) - 43,0 % Islay (Loch Indaal) - 5,68 €

Morrison Bowmore Distillers Ltd., Islay, Argyll; Est.: 1779 (1770)
Bowmore ist nicht nur die älteste Brennerei der Insel - sie existiert bereits seit 1779 - sie hat es auch geschafft, sowohl Touristen als auch Kennern zu gefallen. Von allen getorften Islay-Whisky's ist Bowmore der leichteste. Daher wird er auch als mittelstark getorft bezeichnet. ...er ist ein attraktiver, süßlicher Tropfen, eichentönig, erdig, erstaunlich blumig und trocken, schokoladig.

Er ist bernsteinfarben. Im Duft riecht er stärker nach Salz, Seetang, Jod und Rauch als der 1ojährige. Sein Körper ist mittelschwer und etwas sirupartig. Sein Geschmack entwickelt sich sanft; er hat viel Torfrauch und Ankänge an Meerwasser. Dazu anhaltende Sherrysüße. Der 12jährige hat eine große Geschmacksentwicklung; ein gelungenes Gleichgewicht zwischen der Eindringlichkeit der Süd- und der Verhaltenheit der Nordküste. Charaktervoll nach Gewürzen, Heidekraut, Seetang und Salz. Im Abgang ist er bemerkenswert lang, betont torfig, trocken und salzig; köstlich abgerundet und wärmer werdend...

No. 425 - Bowmore Cask Strenght; OA (o.A.) - 56,0 % Islay (Loch Indaal) - 9,16 €

Morrison Bowmore Distillers Ltd., (Suntory) Glasgow; Est.: 1779 (1770)
Schon ein früherer Besitzer der Brennerei, Sherriff & Co., machte im 19. Jahrhundert den Whisky auch als Single Malt in Destillerie-Abfüllungen verfügbar. Die Flasche mit dem Segelschiff auf dem Label ist heute sehr gesucht. – Der Bowmore Cask Strength kommt ohne Altersangabe daher; aber lt. Morrison Bowmore soll er 13 Jahre alt sein ... Der Duft des Bowmore Cask Strenght ist mächtig aromatisch und mit einem Touch von Lavendel, Sahnebonbon, Butter und duftendem Torfrauch mit Schokoladen-Nuancen. Im Geschmack ist er stark salzig und nach Seetang. Medizinartig. Zigarrenaroma und Schokoladengeschmack. Sein Abgang ist elegant, weich und lang anhaltend.

No. 50 - Bunnahabhain; OA - (12 yrs.) - 43,0 % Islay (Nordküste) - 6,14 €

The Bunnahabhain Dist. Company, (Highland Distillers) Port Askaig, Isle of Islay; Est.: 1881
Der Malt Whisky von Bunnahabhain zeigt auf seinem Label einen Seemann. Als nördlichste Brennerei auf Islay war diese Brennerei das Letzte und das Erste, was die Seeleute bei ihren langen Fahrten von Islay sahen. Der Whisky hat eine Spur von Torf, doch vielleicht auch etwas Islayer Öligkeit. Ein nußartiger, blumiger Single Malt, zart, mit Toffee-Aroma, salzig und frisch wie das Meer und ganz eigenem Charakter.

Erfrischender Beginn, abgerundet und sanft am Gaumen, mit einer plötzlich auftauchenden Ingwernote im Abgang. Köstlich. Ausgereifter Geschmack, rein, nussig-malzige Süße. Besonders beliebt in Frankreich und U.S.A.

No. 52 - Bruichladdich; OA - (10 yrs.) - 46,0 % Islay (Loch Indaal) - 6,16 €

The Bruichladdich Distillery Company Ltd., (Whyte & Mackay), Port Charlotte, Isle of Islay; Founded 1881
Der Bruichladdich ist ein guter Malt, um sich an Islay heranzutasten. Die Destillerie liegt am Nordufer von Loch Indaal. Das Wasser für den Malt stammt aus einer Quelle in den Hügeln und fließt über ein Moor. Dennoch ist es weniger torfig als das Wasser manch anderer Brennerei. Die Brennblasen in Bruichladdich haben einen hohen Hals und produzieren daher einen relativ leichten und reinen Alkohol.

Im Gegensatz zu anderen Islay-Brennereien liegt die Destille nicht direkt am Meer. Sie wurde 1881 gegründet, 1886 umgebaut und seither mit Ausnahme einer Erweiterung 1975 kaum verändert. Sie ist heute die am weitesten westlich gelegene Destillerie Schottlands. Die Farbe des 1ojährigen ist blaßgolden. Sein Duft ist sehr blumig nach Heidekraut. Etwas auch nach Seetang und betont salzig. Sein Körper ist leicht bis mittelschwer, geschmeidig und fest. Sein Geschmack ist zuerst fest und trocken und mit einer Spur Eisen. Dazu leicht ölig und mit einem Hauch Torf. Später wird er zunehmend malziger und süßer; mit Anklängen von Heidekraut. Und er ist ganz leicht spritig. Sein Abgang ist lang und mit einer ganzen Palette subtiler Aromen gesegnet.

No. 9 - Port Ellen; Martins GP - (24 yrs.) (1983) - 43,0 % Islay (Südküste) - 21,60 €

Port Ellen Distillery (UDV), Islay, Argyll; Est.: 1825 (stillgelegt zw. 1929-1966; 1984 geschlossen; 1999 abgerissen!)
Dieser 24jährige Port Ellen wurde vermutlich (!) 1983 destilliert und vom unabhängigen Abfüller und Spirituosen-Händler Martin Schmeding aus Singen (Deutschland) am 21.09.2007 aus einem Single Cask (Cask No. 2461) mit 43,0 Vol.-% abgefüllt. Der Malt wurde keiner Kältefiltrierung unterzogen und es wurde auch kein Karamell zur Farbgebung zugesetzt. Er hat eine kräftig goldene Färbung. Sein Duft ist fest und geschlossen und will sich nicht so recht offenbaren ...

Er hat anfänglich leicht säuerliche Noten und eine ganz leichte (!) See-Brise (Salz) und evtl. (!) auch etwas Sherry (?) ...

Angeblich (!) soll sein Aroma leder-artig und nach Eiche sein – und angeblich (!) hat er etwas Rauch und Torf ...

Ich konnte überhaupt keine (!!!) Torf-Noten feststellen. Wenn man´s nicht wüßte, würde man bei diesem Malt überhaupt nicht auf einen Islay Malt tippen ...

Bei einer Verkostung meinte jemand zu diesem Duft: dieser Whisky könnte neben einem Fishky gelegen haben – damit wären wir beim leichten und islay-untypischen Bruichladdich ...

Schwach getorft, kein Jod, kein Rauch ...

Sein Körper ist ölig. Sein etwas klebriger (???) Geschmack geht in Richtung Seetang – und ein bißchen auch in Richtung Petersilie ...

Eigentlich (!) ist er aber eher enttäuschend und flach ...

Wenn überhaupt (!!!), so hat er ein wenig (!) holzige und Toffee-Noten ...

Jedenfalls KEINE (!!!) Islay-typischen Noten: kein (!) Salz, kein (!) Jod, kein (!) Rauch, kein (!) Torf ...

Die Frage muß erlaubt sein: vielleicht ist dies KEIN (?!?!) Port Ellen??? Im Abgang soll (!) man vor allem ölige Salzigkeit finden – ich fand sie nicht ...

Die Port Ellen Distillery wurde 1985 geschlossen und Anfang 2ooo sogar fast vollständig abgebaut. Noch immer befinden sich größere Bestände dieses Malt am Markt, weil sich der unabhängige Abfüller Signatory Vintage Scotch Whisky Co. Ltd. offenbar auf diesen Whisky spezialisiert hatte ...

Whiskies einer geschlossenen Destillerie haben immer ihren besonderen Reiz. Auch, weil die Bestände endlich sind und damit der vorgefundene Charakter quasi einzigartig ...

Ist das vorhandene Faß geleert, ist eine Nachbeschaffung sehr, sehr schwierig – um nicht zu sagen: unmöglich ...


Bei diesem Port Ellen verbindet sich die Rauchigkeit des Malts mit einer öligen Salzigkeit. Wer sich mal intensiver mit Kochen und/oder Whisky beschäftigt hat, wird genügend Hinweise darauf finden, daß Port Ellen´s besonders zu Fisch empfohlen werden ...

Die in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommenen Abfüllungen sind vornehmlich Faßstärke-Abfüllungen. Um länger etwas von dieser Kostbarkeit zu haben, wurde hier einer "Streckung" des Malts auf 43,0 Vol.-% zugestimmt...

ISLE'S SCOTCH MALT

Jede der vielen schottischen Inseln hat ihr eigenes Flair. Gleiches gilt für die wenigen Malts aus dieser Region, die zwei Sorten - getorft (traditionell) und ungetorft (modern) - befriedigen die Neugier jedes Whisky-Kenners, der von Insel zu Insel hüpft. Hier trifft man auf Malts, die vor nahezu vulkanischer Kraft explodieren, während andere an einen Spaziergang am Strand erinnern. Darüber hinaus findet man auf Orkney eine Destillerie, die einen der großartigsten Malts überhaupt produziert.

No. 430 - Highland Park; OA - (12 yrs.) - 43,0 % Isle of Orkney - 6,30 €

Highland Park Distillery (Highland Distillers), Kirkwall, Orkney Islands; Est.: 1798
Dieser strahlend bernsteinfarbene Malt ist eine hervorragend ausgewogene honigartige Mischung aus Heidewurzel, Heidekraut, süßen Gewürzen, Obstschale, Marmelade und einem leichten Hauch Torf-Rauchigkeit. Dazu Anklänge von Sherry. Er ist ein machtvoller, frischer Malt voller "Insel"-Charakter und mit weicher, heidesüßer Saftigkeit nach Heidekrauthonig und reifer orangiger Fruchtigkeit, Haselnüssen und etwas Seeluft. Sein Geschmack ist rund und angenehm verführerisch mit anhaltend rauchiger "Kartoffelfeuer-Süße" und vollmundigem Malzton. Sein Abgang ist hintergründig und köstlich; Heidekraut- und Sherrytönig.

Reicher Körper und komplex am Gaumen, schmelzende, seidige Fruchtigkeit mit feinem, trockenem und rauchigem Nachklang, der sehr schön stehen bleibt. Behutsam mit Wasser!!!

No. 431 - Scapa; OA - (12 yrs.) - 40,0 % Isle of Orkney (bourbon cask) - 5,52 €

The Scapa Distillery (Allied Distillers), Kirkwall, Orkney Islands; Est.: 1885 (seit 1994 stillgelegt)
Den Scapa gibt es hauptsächlich in dieser Standard-Abfüllung. Er ist ein seidenweicher, runder Single Orkney Malt, der mindestens 12 Jahre in Bourbonfässern reift. Er überzeugt Kenner mit seinem zarten und milden Aroma und einem Hauch von Honig und Vanille. 1996 wurde Scapa im Rahmen des "IWSC" (International Wine and Spirits Competition) mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Sein Aroma ist süß, leicht torfig und salzig; dazu eine Honignote mit blumigem Bouquet. Darüber hinaus hat er Banane, milden kleinen Apfel und frisch gemähtes Gras im Duft. Die anfängliche Würze im Geschmack vermischt sich mit der nachfolgenden Heidekraut-Honig-Note und der süßen Eiche.

Er ist trocken, ein wenig seifig, malzig und hat Noten von Lakritz und Gala-Melone. Sein Abgang ist warm, leicht salzig und trocken. Scapa genießt man am Besten pur oder mit ein wenig stillem Wasser – damit sich Bouquet und Aroma entfalten können. Der Whisky gehört zur sogenannten "Scotch-Heritage-Collection": bestehend aus Laphroaig (10 yrs.), Glendronach (15 yrs.) und eben Scapa (12 yrs.). Einige von uns (ich eingeschlossen) hatten den Malt besser in Erinnerung. Wir haben uns wohl weiterentwickelt, der Scapa nicht. Schade. Die 40,0 Vol.-% tragen ihr übriges zum lauen Gesamteindruck bei...

No. 48 - Talisker; OA - (10 yrs.) - 45,8 % Isle of Skye - 6,86 €

Talisker Distillery Carbost Skye (United Distillers), Isle of Skye; Est.: 1830-33
Der berühmte Whisky von Skye legt jene Intensität und Kraft an den Tag, an die Whisky-Freunde denken, wenn sie von einem "Islay" sprechen. Er hat ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er ist ein wunderbarer Malt, der sehr komplex für seine 1o Jahre auftritt. Den Islay-Granaten von Lagavulin oder Caol Ila ähnlich, variiert er das Torf-Meer-Thema jedoch auf seine ganz eigene Weise. Er ist einfach gut und wunderbar rund. Der Malt hat eine schöne, tiefe, strahlend rötliche Bernsteinfarbe. Sein Aroma ist heftig: kräftiger, stechender, scharfer, rauchbetonter und teeriger Duft von massiger Torfigkeit, der verkohltes Heidekraut und Ozon anklingen läßt.

Er hat aber auch Süße (Eiche, Malz und Mandeln), Schwefel, Leder, salzige Seeluft, Zitronengras und Senfkorn in seiner Mase. Und er ist sehr fruchtig (Zwetschge, Apfel, Aprikose) mit einer säuerlichen und pfeffrigen Entwicklung. Sein Duft ist dem eines medizinischen Islay-Whiskys (z.B. Ardbeg) nicht unähnlich. Und es sind wohl auch Sherryfässer an seinem Aroma beteiligt. Sein Körper ist schwer, malzigsüß, sirupartig und voll. Am Gaumen entfaltet er kräftige und explosive Noten. Er Hat einen pfeffrig-würzigen Antritt, der im Gleichgewicht gehalten wird durch eine Süße (Malz und Mandeln) und Fruchtigkeit (Pflaume, Apfel, Aprikose) und pikant würzige und salzige Aromen. Er ist schwer und cremig, pfeffrig und süß. Kräutertöne, Teer, Salz und Jod. Mit Torf und Zitronengras leitet der Geschmack in den Abgang über. Der Abgang ist wunderbar und mit einem Schuß von schwarzem Pfeffer und Salz. Außerdem ist er gewaltig und lang.

Er ist ein unglaublich langer Nachbrenner mit eng verbundenen Tönen. Er beginnt mit Torf, Sherry und Zitronengras, wird süßer (Malz und Mandeln) und gegen Ende hin setzen sich dann Noten von lange gezogenen schwarzen Tee bei einer anhaltenden Malz-Süße durch. Ein Traum! Er ist einer der sechs "Classic Malts"; in der Tat.

No. 61 - Isle of Jura; OA - (10 yrs.) - 40,0 % Isle of Jura - 5,9o €

Isle of Jura Distillery Co. Ltd. (Invergordon Distillers); Est.: 1810 (1960-63 rekonstruiert)
In den inneren Hebriden – neben Islay – liegt die Insel Jura. Auf ihr leben 225 Menschen (eine Zeitlang war auch George Orwell hier ansässig) und wesentlich mehr Wild. Bekannt ist sie außerdem wegen ihrer zwei Berggipfel mit dem Namen "Paps (Brüste) of Jura" und wegen der Malt Destillerie. Diese normale 1ojährige Abfüllung ist ein eher unauffälliger Tropfen ("der Highlander von den Inseln"). Seine Farbe ist goldfarben. Im öligen Duft hat er Anklänge an Nadelwald und er ist erdig, salzig und trocken. Der Körper ist leicht, etwas ölig und weich. Sein Geschmack ist süßlich, malzig und ölig und er entfaltet langsam eine Spur inseltypischer Trockenheit und Salzigkeit.

Im Abgang hat er ein wenig Malz und Salz.

No. 426 - (Ledaig); S (Vintage) - ( 6 yrs.) - 40,0 % Isle of Mull - 3,54 €

The Tobermory Distillery, (Burn Stewart) Tobermory, Isle of Mull; Est.: 1795 (1990)
Eigentlich ist dieser Whisky ein Tobermory, doch da die Brennerei zeitweise stillgelegt war (erst wieder ab 1990 geöffnet), werden die Whiskys unter beiden Namen vertrieben: die Brennerei hieß vor 1970 Ledaig. Der Whisky hat nicht nur einen Anflug von Torf, sondern auch fruchtige und feurige Noten im Bukett, einen trockenen, sanften Geschmack und einen milden, leicht süßen Abgang. Dieser 6jährige Signatory Vintage Isle of Mull kommt zwar ohne Angabe der Distillery auf dem Label – und eigentlich soll dieser Whisky von einer unerwähnten Destille stammen; doch jeder weiß: dies ist ein Ledaig!

No. 74 - Arran; Martins GP - (10 yrs.) (1997) - 43,0 % Isle of Arran - 9,84 €

The Isle of Arran Distillery (Harold Curry), Lochranza, Isle of Arran; Est.: 1995
Dieser 1ojährige Isle of Arran wurde vom deutschen Spezialitäten-Händler und Single-Cask-Abfüller Martin Schmeding (Martin´s Genuß-Paradies aus Singen) von einem Single Cask (Cask No. 1028) am 15.01.2007 mit 43,0 Vol.-% abgefüllt. Demnach dürfte (!!!) der Malt im Jahre 1996 (?) oder 1997 (???) destilliert worden sein... Der Malt wurde weder kühlfiltriert noch gefärbt. Da nur sehr wenige Arran´s überhaupt am Markt sind, ist es erfreulich, daß man nach längerer Unterbrechnung mal wieder einen bekommen konnte. Wer Wert auf Raritäten legt, sollte bei einem Isle of Arran immer zuschlagen...

No. 429 - Glen Kella (Manx Red) - (5 yrs.) - 40,0 % Isle of Man - 5,00 €

The Glen Kella Distillers, Sulby, Isle of Man; Est.:
Diese Destillerie auf der Isle of Man stellte eine weiße Spirituose her, die als The Manx Whiskey nicht nur bekannt, sondern auch gut aufgenommen wurde. Allerdings nicht von der zuweilen empfindlichen und aggressiven Scotch Whisky Association, deren Aufgabe es ist, die Interessen der schottischen Whisky-Hersteller zu schützen, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen bei der Produktion von Whisky zu überwachen und Mißbräuche zu verhindern. Sie strengte gegen die kleine Firma auf der Insel zwischen England und Irland einen aufsehenerregenden Prozeß an, weil sie ausgerechnet Anstoß nahm an dem, was den Glen Kella eigentlich auszeichnet und bekannt gemacht hat: seine (für Whiskyfreunde sicher gewöhnungs- und erklärungsbedürftige) weiße Farbe und das Verfahren, dem sie sie verdankt.

1997 gewann die schottische Lobby und das Gericht untersagte der kleinen Firma von Andrew Dixon die Bezeichnung "Whisk(e)y" für sein Produkt. Nicht nur Dixon (ein Rechtsanwalt übrigens) fand, daß die SWA aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hatte. Die Folge war, daß er zunächst Konkurs anmelden mußte. Inzwischen ist seine Existenz dadurch gesichert, daß auf den Flaschen nicht mehr Manx Whiskey und auch nicht mehr Glen Kella, sondernnur noch Manx Spirit steht. Dixons Problem war, daß seine Methoden vom Parlament der Insel, der Tynewald, zwar ausdrücklich gebilligt worden waren, daß die Insel aber außenpolitisch von Großbritannien vertreten wird. – Es wäre schade gewesen, hätte er aufgeben müssen, weil solche Kuriositäten wie ein weißer Whiskey, pardon Spirit, immer eine Bereicherung des Marktes sind.

Aber es stimmt natürlich: so ganz in Übereinstimmung mit dem, was man von einem Whisky oder einem Whiskey (auf der Insel zog man die irische Schreibweise vor) erwartet, war und ist das nicht, was aus der einzigen still der alten Kella Mill am Fuß von Sulby Glen fließt. Das hervorstechendste Merkmal dieses Whiskey - er kommt von der Isle of Man und schreibt sich (wohl wegen der Nähe zur Grünen Insel "irisch") - ist seine Farbe: Weiß! Er ist – auch wenn es gelegentlich anders behauptet wird – ein Blend. Und er ist 5 Jahre alt. Und heißt heute: Manx red – distilled from Scotch Whisky.

CAMPBELTOWN SCOTCH MALT

Die kleinste der klassischen Single-Malt-Regionen ist Campbeltown. Sie besteht nur aus einer Stadt, und auch die ist ziemlich klein. Heute hat sie nur noch zwei Brennereien, die drei Malts produzieren. Doch die ausgereiften Whiskys von Campbeltown genießen noch Wertschätzung.

No. 435 - Glen Scotia; G&M (MPC) - (199o) - 40,0 % Campbeltown - 7,68 €

The Glen Scotia Distillery (Glen Catrine Bonded Warehouse), 12 High Street, Campbeltown, Argyll; Est.: 1832
Dieser Malt von Gordon & MacPhail kam in deren "MacPhail's Collection" auf den Markt. Er wurde 199o destilliert und 2oo1 abgefüllt. Ist demzufolge ein 11jähriger (?). Glen Scotia ist als Name zu allgemein, da ein so benannter Whisky von überallher aus Schottland kommen könnte. Aroma, Geschmack und Abgang jedoch verraten stolz Campbeltowner Art. Er ist ein interessanter, unterschätzter Single Malt, von dem man fürchten mußte, daß auch die vorletzte Campbeltown-Distillerie dahingegangen sei: sie war seit 1984 geschlossen, wurde aber 199o wiedereröffnet.

Der zur Zeit erhältliche Malt wurde noch vor der Stillegung destilliert. Neuere Destillate sind noch nicht ausgereift. Der Glen Scotia ist tiefgolden. Seine Nase ist andersartig und komplex: Salz, Rauch, Ingwer, Spinat, Majoran, Beeren (Wacholder und Sanddorn), ein wenig Birne und grüne Oliven bilden sein frisches, volles, aromatisches, öligesw und üppiges Aroma. Und auch Chlor! Alles in allem sehr ungewöhnliche Aromen, die einen Versuch wert sind – mein Geschmack war er nicht unbedingt. Auf der Zunge wirkt er zunächst leicht, wird aber bald kraftvoll, würzig und parfümiert mit angenehmer Schärfe. Er ist zudem etwas torfig und weich; und er hat einen Oliven-Geschmack. Ein trockener Malzton bestimmt den Geschmack, Öligkeit und Salzigkeit begleiten diesen. Der Abgang ist bemerkenswert lang, herb-blättrig und kraftvoll. Olive und Birne verklingen langsam.

No. 53 - Springbank; OA - (10 yrs.) - 46,0 % Campbeltown - 5,92 €

Springbank Distillery (J. & A. Mitchell & Co.), Campbeltown, Argyll; Est.: 1828
Im Gegensatz zu anderen Single Malts wird der Springbank zweieinhalbmal destilliert. Hierbei kommt bis zu 80 % des Feinbrandes ein drittes Mal zur Destillation. Dadurch wird der Alkohol reiner. Der ursprüngliche Charakter bleibt allerdings erhalten – man bekommt nur einen Malt mit feinem, elegantem Aroma. Dieser nicht kühlgefilterte und ungefärbte (!!!) 10jährige Malt hat eine Farbe wie helles Stroh – mit einem wässrigen Rand. Lange habe ich diesen Malt in der neuen Aufmachung verkannt.

Zunächst empfand ich ihn als schlecht. Vielleicht erwies sich mein Gaumen als fehlerhaft, oder ich hatte eine schlechte Flasche erwischt... Das erste Produkt Springbank´s seit der Wiedereröffnung will verdient sein und braucht Zeit: wenn er sich ausgepfeffert hat, kommt der schöne Destillerie-Charakter durch. Dennoch sollte sich Springbank steigern, obwohl selten junge Abfüllungen Top-Bewertungen erzielen. Ein Springbank erwacht oft erst nach 15 Jahren; in Fahrt kommt er in seinen 2oern... Diese Abfüllung hat evtl. auch einen Sherryfaß-Anteil. Sein Duft braucht Zeit. Zuerst erscheint er ungestüm und unbalanciert: sein Aroma ist salzig, etwas stechend nach weißem Pfeffer, mit bitterer Eiche, Malz, leichtem Torf-Rauch, Seeluft, Mandeln, evtl. auch Sherry, blumig-süße Frucht-Noten und nach Anis (?). Mit etwas Wasser ist es ausgewogen, sehr harmonisch und weich; nach Kräutern, trockenen Wiesenblumen und nach einiger Zeit intensiv nach Vanille und Früchten (reifer Apfel, Kokosfleisch, Pflaume, Passionsfrucht, Banane, Ananas) und einem Hauch von luftgetrocknetem Schinken.

Sein Geschmack ist cremig-süß und kräftig pfeffrig werdend. Aber auch salzig und leicht sauer mit süß-bitterer Eiche. Die Fruchtnoten sind sehr eng verwoben. Sein Nachklang ist sehr lang, warm und angenehm. Zuerst spürt man die Früchte, dann gewinnt sanft die Eiche (als hätte man an einem Baum gesaugt...). Und er ist trocken.

AMERICAN WHISKEY

Nachdem er jahrelang im Schatten des Scotchs stand, hat sich der Bourbon in neuem Gewand abermals als einer der größten Whiskys der Welt präsentiert. Jede Marke besitzt ihre eigene Getreide-Rezeptur, häufig wird auch ein Hefezusatz verwendet - das Endergebnis ist jedenfalls immer ein Whisky, der gehaltvolle, rauchige Vanille-Noten mit süßem, fruchtigem Schwung vereint. Er schmeckt pur ebenso gut wie als Basis für einige der weltbesten Cocktails...

No. 89 - Four Roses Yellow Label - 40,0 % American/Kentucky - 3,36 €

Four Roses Distilling Co., Lawrenceburg, Kentucky, U.S.A.
Die amerikanische Destillerie ist seit 1986 nach dem Bourbon benannt, für den sie schon lange die Whiskeys liefert. Seitdem kann man sie endlich klar unterscheiden von einer anderen Brennerei, mit der sie den Besitzer Seagram und – was für große Irritationen gesorgt hat und manchmal immer noch sorgt – den Ortsnamen Lawrenceburg teilt.

Das Geheimnis ist, daß der kanadische Konzern, der früher immerhin sieben Anlagen in den USA sein eigen nannte, zwei verschiedene Destillen betreibt, von denen die eine am Ohio River im Bundesstaat Indiana steht, die andere am Kentucky River im Anderson County im Herzen von Kentucky. Man findet die Kleinstadt ca. 2o km südlich von Frankfort, der Hauptstadt des Staates. Gleich in der Nachbarschaft liegt eine andere Brennerei, die heute ebenfalls den Namen des Bourbon trägt, der aus ihr kommt und Wild Turkey heißt. Mit ihr hat Four Roses im Laufe der Zeit auch manchmal die Besitzer geteilt – und mit ihr teilt sie noch heute die warehouses, die zwar Four Roses gehören, in denen aber eben kein Four Roses reift, sondern Wild Turkey...Der Four Roses Yellow Label ist die einfache Version. Er ist sanft und holzig und hat sogar Zitrustöne. Im Aroma extrem leicht und leicht blumig mit belebender Zitronen- und/oder Orangenschale; sauber und duftend. Ein wenig spritig, aber die zarte Komplexität macht ihn besser. Im Geschmack Roggen - aber sehr weich und samtig. Zunächst ein recht dünner Anfang und enttäuschend bitter.

Doch dieser eher negative Start verschwindet und wird von schöner Vanille und Malz ersetzt, was zusammen befriedigender ist. Süßer Abgang mit Eichentönen. Die Zartheit dauert an. Die Eiche ist in weichen Vanille-Karamel-Tönen präsent und die Bitterkeit kehrt zurück – jedoch wie pulvriger Kakao. Das wunderbare Aroma wird übertroffen von einem weichen, fast komplexen Charakter, der nach einem trägen Start ankommt. Einer von Kentuckys leichtesten Bourbons; dennoch durch und durch erfreulich. Eine feine Marke zum Mischen...auch wenn dieser von Seagram´s produzierte große alte Favorit auf manchen Märkten noch ein Bourbon ist, öfter aber als Blend zu finden...

No. 70 - Wild Turkey - 43,4 % American/Kentucky - 3,66 €

Austin Nichols Distilling Co., Lawrenceburg, Kentucky, U.S.A.; Est.: 1855
Dieser Wild Turkey ist ein Kentucky Straight Bourbon mit 43,4 Vol.-%. Mit dieser Stärke konnte er günstiger angeboten werden als die bekanntere 101 Proof-Version (50,5 % Vol.). Als Marke ist der Wild Turkey verhältnismäßig jung, gehört aber zu den erfolgreichsten in den USA und – seitdem sie im Besitz des französischen Konzerns Pernod Ricard ist – auch weltweit.

Eingeführt wurde sie 1942 von Thomas McCarthy, dem damaligen Präsidenten der Firma Austin, Nichols & Company, die seit 1855 existiert und sich u.a. mit dem Verkauf von Wein und Spirituosen beschäftigte und unter seiner Regie auch mit der Produktion von Gin, Blended und Straight Bourbons begann, die Whiskeys allerdings immer noch von fremden Brennereien bezog. So oder so ist Wild Turkey ein körperreicher, aromatischer, gediegener, traditioneller Kentucky Bourbon. Schöne Bernsteinfarbe. Sauberer, minziger Duft mit großartigem Vanillegewicht, honigsüß und leicht. Elegant und gehaltvoll, übervoll mit reifen Früchten und dem Geschmack von Roggen mit Honig. Gefälliger Abgang, der nicht über Gebühr lange hält; Vanille-Noten.

No. 73 - I.W.Harper Gold Label - 43,0 % American/Kentucky - 6,10 €

I.W. Harper Distilling Company, Louisville, Kentucky, U.S.A.
Das Etikett dieses Kentucky Straight Bourbon ziert zahlreiche Goldmedaillen, die er erobert hat – die älteste immerhin schon 1895. Tatsächlich ist die Marke noch älter und schon seit 1879 registriert. Ihr Erfinder Issac Wolfe Bernheim, der sein Whiskeyleben in den Vereinigten Staaten als Händler begonnen und seinen Whiskey erfolgreich verkauft hatte, hatte vorher damit begonnen, ihn nicht mehr in Fässern oder Keramik-Krügen, sondern in Flaschen zu liefern.

Erstaunlich, daß er ihm nicht seinen eigenen Namen, sondern den eines mit ihm befreundeten Pferdezüchters gab. Aber die Erklärung, daß er - der Einwanderer aus dem deutschen Flecken Schmieheim – einen "guten amerikanischen Namen" wählte, weil er seinen eigenen jüdischen Namen für nicht opportun hielt, hat – leider – einiges für sich... Immerhin verewigte er sich durch die Initialen seiner Vornamen.

No. 72 - Jack Daniels Old No. 7 Brand - 43,0 % American/Tennessee - 3,15 €

Jack Daniels Distillery, Lynchburg, Tennessee, U.S.A.; Est.: 1866
So mächtig ist heute der Name Jack Daniels, daß wenige nur bemerken, daß der Whiskey, den sie aus der berühmten eckigen Flasche trinken, Old No. 7 Brand heißt. Statt dessen werden die Leute nach einem "Jacky", einem "JD" oder einem "Jack Daniels" fragen. Der Name "No. 7 Brand" entstand – so wird behauptet – dank eines Besuches, den Jack Daniel einem Freund in der Nähe von Tullahoma abstattete. Sein Freund besaß eine Ladenkette; sieben Läden zusammen.

Daniel, nicht sehr glücklich mit dem ursprünglichen Beinamen "Belle of Lincoln", griff zur Zahl 7 und machte sie zu seinem Markennamen. – Dies ist die eher langweilige Geschichte; eine andere, von Lem Motlow erzählte, berichtet, daß sieben Fässer fehlten. Und als sie wieder gefunden wurden, markierte ein Schreiber diese mit der Zahl 7. Leute, die den Whiskey wieder bestellten, fragten dann nach mehr von der "Nummer 7" –Sorte.
Außer Frage steht, warum ein schwarzes Label benutzt wurde: als Jack Daniel 1911 starb, brachte Lem Motlow zu Ehren von Jack einen älteren Whiskey heraus – mit einem schwarzen Label als Zeichen seines Respekts. Ursprünglich nur lokal vermarktet, wurde er nach der Prohibition national bekannt und ist heute der meistverkaufte amerikanische Whiskey weltweit.
Jack Daniel´s hat die intensiv trockene, aromatische Leichtigkeit, die Tennessee-Whiskeys so anders macht. Sein Aroma ist schön und frisch, energisch und kompromißlos – ein wahrhaft einzigartiges Aroma unter den nordamerikanischen Whiskies. Phenolisch und feurig im Charakter ist sein Rückgrat die kräftige Lakritze, die sich mit der Eiche verbunden hat, um ein schweres und süßes Aroma herzustellen.

Obwohl der vorschlaghammerartige Start kurzfristig alle Sinne erschüttert, bemerkt man eine sich festsetzende Öligkeit, die bald alles weicher macht. Das sorgt für eine überraschend sanfte Mitte...sanft, das heißt, solange man mit einem Mund voller angesengter Lakritze und verbranntem Sirup-Toffee umgehen kann. Sein Nachklang ist enorm lang, nahezu unendlich. Er wird immer trockener, aber für ein paar flüchtige Sekunden kann man zumindest eine subtile Mais-Malz-Komplexität ausmachen. Wenn das vorbei ist, kommt die Eiche zurück, Öl und verkohlte Überreste, obwohl die allerletzten Noten erfreulich süß werden. Der normale Jack Daniel´s besitzt rund um die Welt Kultstatus, während viele Bourbon- und Tennessee-Kenner den Stoff nicht ausstehen können. Ihn pur zu trinken ist nichts für die Zartbesaiteten, und obwohl es ihm an Finesse fehlt, bietet er soviel Spaß und gute Natur inmitten der rohen Kraft, daß er Vertrautheit und keineswegs Verachtung erzeugt.

No. 446 - Jack Daniels Single Barrel - 45,0 % American/Tennessee - 6,52 €

Jack Daniels Distillery, Lynchburg, Tennessee, U.S.A.; Est.: 1866
Jack Daniel's Single Barrel lagert in der Destillerie im Lagerhaus Nr.1 ganz oben in kochend heißer Umgebung: Grund dafür ist das Dach des eisenverkleideten Gebäudes, das einer umgedrehten Bratpfanne gleicht - und auch so wirkt! Ausgewählte Fässer lagern dort ein Jahr, nachdem sie bereits fünf Jahre lang in anderen Teilen des Lagerhauses reiften. Der Whiskey hatte ein handgeschriebenes Label, das die Faßnummer und die Regalnummer wiedergab.

Er scheint mit dem Jack Daniel's Barrel House One identisch zu sein, von dem jedes Jahr nur wenige Kisten abgefüllt werden, was ihn zu einer gesuchten und teuren Rarität macht. Der normale Single Barrel mit 90° = 45,0 Vol.-% wird dagegen in einer würfelförmigen Flasche und mit gedrucktem Etikett allgemein zugänglich verkauft. Dieser Whiskey ist umwerfend köstlich. Er verheißt individuellen Genuß für echte Whiskey-Kenner. Er ist mit keinem anderen Jack Daniel´s zu vergleichen. Er schmeckt ziemlich deftig und hat nur einen Hauch von der Seidigkeit des Master Distillers. Sein Aroma ist dünner als beim Barrel House 1; vielleicht mit ein oder zwei Makeln, die das Gleichgewicht stören. Unter anderem dringen die kompromißlosen Phenole zu stark durch. Ansonsten ist es ein typisch verführerisches und süßes Aroma, mit etwas solider Eiche als Stütze des Ganzen. Doch Komplexität ist nicht sein Fall.

Er ist kein großer, sondern ein massiver Whiskey; mit großen Mengen an Malz, das an die Oberfläche dringt, unterstützt von der typischen Schwere des Alkoholgeschmacks und der Wirkung des Guyana Pot Stills. Anfangs ist er weich, im Mund schmelzend. Schon nach ein paar Sekunden kommt die Öligkeit mit dem Effekt von verbrannter Lakritze durch. Der Höhepunkt ist die ausgezeichnete Mitte mit feinem Malz- und Roggencharakter. Mit dem späten Malz ist dieser Whiskey einfach unwiderstehlich und ein absoluter Klassiker. Sein Nachklang ist etwas dünner und malziger, als man erwarten würde; mit sanfter Eichigkeit, die das Abklingen anführt. Aber es gibt eine sichere pfeffrige Würze, die hauptsächlich dank des verläßlichen Roggens und Malzes hängen bleibt. Wer ein Liebhaber getorfter Islay Malts ist, wird diesen Jack Daniel´s Single Barrel lieben.

No. 71 - Jim Beam - (4 yrs.) - 40,0 % American/Kentucky - 2,60 €

James B. Beam Distilling Co., Clermont, Frankfort, Kentucky, U.S.A.; Est.: 1795
Jim Beam hat zwei Whiskey-Destillerien. Beide sind sie in der Nähe des kleinen Ortes Belmont zu finden, nahe der von Louisville nach Nashville führenden Interstate 65. Sie tragen den Namen ihres berühmtesten Produktes, des Bourbon Jim Beam, auf dessen Flaschen allerdings nur der Ortsname der einen genannt wird: die kleinere (und ältere) von beiden ist in Clermont, die größere, 1953 gegründet, befindet sich etwa 15 km von der anderen entfernt in Boston (beide sind weitaus näher bei Bardstown als bei Frankfort, der ebenfalls genannten Hauptstadt Kentuckys).

Weil dieses Örtchen praktisch nur aus der Brennerei besteht, wird sie auf den Flaschen nicht mit dieser Adresse geführt, sondern so schlicht wie berechtigt als "Beam". Diese Flaschen sind mit den Porträts von sechs Beams geschmückt, die für sechs Generationen einer Familie stehen, die in der Geschichte des Bourbon tiefe Spuren hinterlassen hat. Ihre Mitglieder wurden in manche Brennerei Kentuckys entsandt; die stärksten Spuren hinterließen sie natürlich durch die Firma, die ihren Namen trägt. Obwohl sie längst nicht mehr im Familienbesitz ist, sondern seit 1967 American Brands gehört, ist sie dennoch eine der ganz wenigen in den USA, bei der es zumindest noch direkte Beziehungen zu den Nachkommen der Gründerfamilie gibt. Jim Beam (weißes Etikett) ist die „Normal“-Version und das Haupterzeugnis der Firma: ein Kentucky Straight Bourbon, 40,0 Vol.-%, 4 Jahre alt. Er ist bei weitem der meistverkaufte Whiskey seiner Gattung weltweit. In den USA gibt es ihn auch mit / Jahren.

Er hat alle Qualitäten, an denen zwar Bourbon-Freunde Gefallen finden, die aber nicht immer nach dem Geschmack von Malt-Anhängern sind: ein voluminöses Aroma mit recht süßlich-blumigen Noten, einen sehr öligen Körper und einen fast endlos scheinenden, vollen Abgang. Er ist leicht bis mittelschwer, mit zitronigem Schwung und Kreuzkümmelsamen in der Nase. Er schmeckt leicht nach Wein, würzig und schwungvoll. Ein Whiskey von grandiosem altem Stil, der die Geschmacksnerven mit Sicherheit erweckt.

No. 65 - Jim Beam Black Label - (8yrs.) - 40,0 % American/Kentucky - 3,96 €

James B. Beam Distilling Co., Clermont, Frankfort, Kentucky, U.S.A.; Est.: 1795
1953 wurde die neue Destillerie in Boston gebaut. Sie hat – wie Clermont – 19 Gärbottiche und verwendet eine column still mit einem doubler. Obwohl kein Unterschied gemacht wird, produzieren beide natürlich leicht verschiedenen Whiskey. Verwendet werden die gleichen mash bills, aber das Wasser kommt aus unterschiedlichen Quellen. Die Rezepturen bei Jim Beam sind streng geheim. Manche vermuten zwei, manche auch drei – mit verschieden hohem Anteil von Roggen.

Immerhin verweist man stolz darauf, daß die verwendete Hefe, der Hopfen zugesetzt wird, immer noch auf die von Jim Beam bereits in den dreißiger Jahren verwendete Kultur zurückgeht...
Jim Beam's Black Label betont Sour Mash auf dem Etikett, doch das Verfahren ist bei all diesen Versionen ähnlich. Der Black Label hat in den USA 90 = 45,0 Vol.-%, ansonsten 80° = 40,0 Vol.-%. Früher führte er als Altersangabe kokett 101 Monate, heute steht nur noch, daß er mehr als 8 Jahre reifte. Er ist ein ausgeprägter Bourbon, der die Art des Hauses am besten verdeutlicht.

No. 75 - Walker's De Luxe - 40,0 % American/Kentucky - 2,60 €

Hiram Walker & Sons Co., Bardstown, Kentucky, U.S.A.; Est.: 1858
Dieser Whiskey ist ein Kentucky Straight Bourbon, den die kanadische Firma Hiram Walker (im Besitz von Allied Domecq) seit den 4oer Jahren in den USA verkauft. Die Prohibition hatte ihr eine gute Ausgangsbasis für erfolgreiche Geschäfte im Nachbarland verschafft und zu solchem Erfolg verholfen, daß sie sogar eine eigene Destillerie in Illinois baute. Als sie dann einen Bourbon herausbrachte, ahmte sie den Stil der als leicht geltenden und bei den Amerikanern sehr beliebten Whiskies nach, den sie auch in Kanada pflegte.

Heute wird der Whiskey nicht mehr von der Firma selbst produziert; obwohl auch die Maker´s Mark Distillery mittlerweile zum Konzern gehört, bezieht sie ihn wahrscheinlich von Heaven Hill in Bardstown, füllt ihn ohne Altersangabe mit 80° = 40,0 Vol.-% ab und schmückt das Label immer noch mit der Zahl 1858, die das Jahr meint, in dem der große alte Hiram Walker sein Geschäft startete.

CANADIAN WHISKY

Ackerland, auf dem alle Getreidesorten gedeihen, und eine Gesetzgebung brachten in Kanada einen Whisky-Stil hervor, der sich von allen anderen unterscheidet. Hier ist der Blendmeister König, der klug die Destillate verschiedener Getreidearten, die in unterschiedlichen Fässern zu Marken von dezenter, sicherer Qualität heranreifen, vermischt. Lange Zeit wurde der kanadische Whisky nicht gewürdigt - es ist Zeit für eine Neubeurteilung seiner Qualitäten ...

No. 79 - Crown Royal - (10 yrs.) (1981) - 40,0 % Canadian - 6,12 €

Joseph E. Seagram & Sons Ltd., Waterloo, Ontario; Est.: 1857 (heute: Gimli, Manitoba; Est.: 1969)
Dieser kanadische Whisky wurde 1939 zum ersten Male verkauft. Anlaß für den neuen Whisky, den der sehr patriotisch und königstreu gesinnte Samuel Bronfman schuf, war der Besuch von König George VI. und Königin Elizabeth in ihrem Commonwealth-Staat Kanada. Dem hehren Zweck angemessen, war die Flasche nicht nur in Form einer Krone gestaltet, sondern auch aufwendig in purpurrotes Tuch verpackt. Als 1ojähriger galt und gilt er als der komplexeste aller kanadischen Whiskies.

Man hat ihn als den kanadischen Macallan bezeichnet. Er hat ein gehaltvolles, saftiges Aroma, ist randvoll mit würziger Eiche und süßer Frucht. Äußerst ansprechend, vollbeladen mit schweren Ölen, süßem Mais und intensiven Gewürzen. Gefällig runder Rye-Geschmack. Ein reicher, öliger, vollmundiger Whisky von herrlicher Ausgewogenheit und Eleganz. Am Gaumen ist er erst körperreich und üppig. Der Abgang ist mild und weich und weist zarte Gewürztöne auf. Kanadischer Whisky vom Feinsten.

No. 76 - McGuinness Old Canada - (1986) - 40,0 % Canadian - 2,60 €

McGuinness Distillers Ltd., Toronto; Est.: 1861
Dieser kanadische Whisky kommt heute aus dem Hause Corby und kann seinen Namen auf eine Firma zurückführen, die Brennereien im kanadischen Toronto und in Kelowna, British Columbia hatte. Aber auch die Destillerien Central Canadian in Weyburn, Saskatchewan, und die Arcadian in Bridgetown, Nova Scotia, gehörten ihr.

Die Firma McGuinness war später im Besitz von Heublein und hatte zu dieser Zeit ein umfangreiches Sortiment mit der Premium-Marke Captain's Table, den NC Tower und etlichen lokalen Marken, darunter auch einen wasserklaren White Canadian, der viermal destilliert und dreimal gefiltert war. Von allen sind heute nur noch der McGuinness Old Canada und der Silk Tassel geblieben. Der Whisky ist ein recht körperreicher Blend, leichtschmeckend, ziemlich vollmundig, aromatisch und mit gewisser Komplexität.

No. 77 - Canadian Club - (6 yrs.) - 40,0 % Canadian - 2,60 €

Hiram Walker & Sons Ltd., Walkerville, Ontario; Est.: 1858
Der Canadian Club gehört zu den ganz großen Marken und gilt vielen als der Inbegriff seiner Gattung überhaupt. Man könnte ihn den Originalwhisky seines Stils nennen. Er ist die Schöpfung des kanadischen Pioniers Hiram Walker, der ihn zum ersten Male bereits 1884 herstellte. Damit war der Canadian Club einer der ersten Markenwhiskies nicht nur in Kanada. Ursprünglich hieß er einfach nur Club und sollte ein anspruchsvoller Whisky für ein anspruchsvolles Publikum sein – für Clubmitglieder eben.

Um seine Qualität zu garantieren, lieferte ihn Walker nur in Flaschen und nicht in den üblichen Fässern und Krügen. Er hatte damit so durchschlagenden Erfolg, daß er viele Nachahmer fand, die sich nicht scheuten, ihre Whiskies mit dem gleichen Namen zu schmücken. Walkers amerikanische Konkurrenten drängten bald darauf, daß er auf seinen Flaschen deutlich auf die kanadische Abstammung hinweisen mußte – und so sorgten sie unfreiwillig dafür, daß er durch seinen neuen Namen Canadian Club nur noch eideutiger zu identifizieren war und noch öfter verlangt wurde. Auch nach Walkers Tod mußte die Firma in Anzeigen und sogar mit großformatigen Plakaten immer wieder vor Fälschungen warnen. Der klassische 6jährige Canadian Club ist ein Blend mit einem Roggenanteil von mindestens 51 %. Er hat ein sehr delikates Aroma mit einer Spur Rauchigkeit, einen trockenen Start, das kräftig fruchtige Element des Roggens und einen recht herben Abgang mit flüchtigen Rauchnoten.

Relativ scharf in der Nase. Sauber, mit etwas zitroniger, trockener Roggenwürze. Ein reiner, süffiger Whisky. Ein herber, schwach rauchiger Abgang. Vermutlich der bekannteste Rye Whisky Kanadas - und dies zurecht.

No. 457 - Canadian Club Classic - (12 yrs.) - 40,0 % Canadian - 4,50 €

Hiram Walker & Sons Ltd., Walkerville, Ontario; Est.: 1858
Die Liebhaber nennen die Marke CC. Sie weist unter den kanadischen Whiskies eine Besonderheit auf: ihre Einzelwhiskies werden nicht erst nach ihrer Reifung im Faß geblendet, sondern zuerst gemischt und dann erst zur Lagerung in die Fässer gefüllt, wo sie verschieden lang reifen. Der 12jährige Canadian Club Classic ist damit treffend benannt: Gehaltvoll und elegant mit süßer, abgerundeter, fruchtiger Geschmacks-Note.

Reif und glatt am Gaumen mit einem Anklang von Roggen, Sägemehl und Toast-Aroma und langanhaltender, reiner Fruchtigkeit.

IRISH WHISKEY

Irischer Whiskey erlebt derzeit eine Renaissance. Das Land besitzt zwar nur drei Destillerien, aber was Irland an Brennblasen fehlt, macht es durch qualitativ hochwertige Marken wett, die an Süffigkeit kaum zu übertreffen sind. Sie kombinieren frischen Schwung mit reifer, süßer, tropischer Fruchtigkeit. Sie vertragen sich gut mit Sherry-Fässern und die meisten Single Malts umschmeicheln den Gaumen mit einer sahnigen Klee-Note. Sie werden nicht widerstehen können!

No. 91 - (Old) Bushmills - 43,0 % Irish (oak casks) - 3,50 €

The Old Bushmills Distillery Co., County Antrim, Est.: 1608
Die Old Bushmills Distillery liegt nicht weit von der Küste im nordirischen County Antrim und führt diesen Namen erst seit 1896, wird aber oft auch – ebenso wie ihre Whiskies – einfach nur Bushmills genannt. Die heutigen Besitzer, die Irish Distillers Group (IDG) nennen sie stolz "die älteste lizensierte Destillerie der Welt" und geben als Gründungsjahr 16o8 an. Den Anspruch gründen sie darauf, daß der englische König James I. in diesem Jahr durch seinen irischen Gouverneur einem Thomas Phillipps eine Lizenz erteilen ließ, die ihm das Herstellen von Whiskey erlaubte. Ähnliche Lizenzen wurden freilich in der gleichen Zeit auch für andere Gebiete erteilt. Genaue historische Recherche zeigt zudem, daß die Lizenz nicht eine konkrete Brennerei betraf, sondern einen größeren Teil des County Antrim. Zu ihm gehört auch Bushmills. Während aber Bushmills nicht eigens genannt wird, ist von einem anderen Ort dezidiert die Rede, nämlich von Colraine. Dort stand tatsächlich eine Destillerie, die lange mit Bushmills konkurrierte. Paradoxerweise wird heute ein Blend dieses Namens ausgerechnet von Bushmills hergestellt. Der Old Bushmills stellt einen Stil für sich dar: ein Blended Whiskey aus nur einem Malt und einem Grain. Das Resultat ist ein Blend von malziger Süße und duftiger Trockenheit. Sehr sanfter und fruchtiger Duft, vermischt mit einer Pfeffer- und Orangen-Note. Am Gaumen delikat.

No. 90 - Black Bush - 40,0 % Irish - 5,00 €

The Old Bushmills Distillery Co., County Antrim, Est.: 1608
Der Black Bush ist ein De-Luxe-Blend. Die Bestandteile sind die gleichen wie in dem außergewöhnlichen Old Bushmills. Seinen Namen hat er wegen der Farbe seines Etiketts und von dem nordirischen Flüßchen Bush, an dem die Brennerei liegt, die die für ihn verwendeten Malts produziert. Von denen hat er den ungewöhnlich hohen Anteil von ca. 75-80%. Sie wurden hauptsächlich in Fässern gelagert, in denen vorher Oloroso-Sherry war.

Auch seine Grains kamen früher aus der heimatlichen Destille, werden heute aber von Midleton bezogen und dort extra für ihn gebrannt. Es ist unbekannt, wann er auf den Markt kam. Ursprünglich Bushmills Liqueur Whiskey genannt und als charaktervolles Gegenstück zum leichten White Bush (heute: Bushmills Original) gedacht, wurde er auf den jetzigen Namen zuerst von seinen Liebhabern getauft, denen der Hersteller schließlich folgte. Er hat viele Anhänger, die ihn – auch die Malts eingeschlossen – für den komplexesten und ausdrucksvollsten Irish überhaupt halten. Er hat vollen, süßen Duft, verbrämt mit nussigem, buttrigem Toffee und einer leichten Sherryfaß-Note. Er ist der seidigste irische Blend. Der 7jährige wird mit sehr gutem 6 Jahre altem Grain gemischt. Das Ergebnis ist wunderbar und seine Komplexität und Köstlichkeit werden höchstens von Power's geschlagen, auch wenn der Black Bush hart daran arbeitet, die Geschmacksnerven zu beruhigen. Elegant. Majestätisch.

No. 58 - Bushmills Malt - (10 yrs.) - 40,0 % Irish - 7,08 €

The Old Bushmills Distillery Co., County Antrim, Est.: 1608
Bushmills ist die abgekürzte Bezeichnung der Old Bushmills Distillery. Ihr Name (gesprochen: "Busch-Mills") bedeutet Mühle am Fluß Bush. Ihre Whiskies freilich werden meist mit der abgekürzten Bezeichnung auf dem Label herausgebracht. Seit mehr als 100 Jahren produziert die Brennerei Malt und ist deshalb mittlerweile die große Ausnahme auf der grünen Insel. Schon lange ist der Single Malt auch in Destillerie-Abfüllungen zu bekommen.

Traditionellerweise mit 10 Jahren. Die Italiener können auch einen fünfjährigen genießen. Der 10jährige Bushmills Malt war lange Zeit der einzige Single Malt Irish Whiskey. Er hat eine warme, leichte Süße im Aroma mit einem Anflug von Sherry, einen sauberen köstlichen Malzton und einen trockenen, duftigen, langen Abgang ohne Rauch. Mit Spuren von Sherry. In der Nase eine großartige Mischung aus Vanilleeiscreme, Klee, Lakritze und Honig. Am Gaumen malzige Würze und eine Spur Sherry, gefolgt von einem weichen, trockenen und langen Ausklang ohne Rauch.

No. 56 - Jameson Irish Whiskey - 40,0 % Irish - 3,20 €

John Jameson & Son, Bow Street-Distillery, Dublin; Since 1780
Es ist eigentlich kaum zu glauben, daß es den Jameson Irish Whiskey in der heutigen Form erst seit 1968 gibt, denn mittlerweile ist er weltweit die Nr. 1 unter den Irish und war 1996 der mit der größten Zuwachsrate überhaupt.
Er ist die Premium-Marke, die den Charakter des „Irish“ am besten veranschaulicht. Sie bringt die angenehm duftige Öligkeit und den abgerundeten Körper wohlschmeckend zum Ausdruck. Weicher, voller und leicht malziger Duft. Frisch, grün umsäumt, kombiniert mit leichter Süße. Nur von mittlerer Intensität, doch eine sahnige, sanfte Erfahrung.
Er ist sehr angenehm und zugänglich - was Irish Distillers auch vom typischen Iren behauptet, doch den Trinker nicht sehr fordert.

No. 60 - Jameson 1780 Irish Whiskey - (12 yrs.) - 43,0 % Irish - 5,72 €

John Jameson & Son, Dublin; Since 1780
Die Jahreszahl 1780, die diese weitere Jameson-Marke trägt und offiziell als Gründungsdatum der Firma gilt, ist keineswegs gesichert, wie Jim Murray in seinem Buch "Classic Irish Whiskey" ausführlich schildert. Als Stammvater gilt der Schotte John Jameson, der eine Tochter von John Haig und Margarete Stein geheiratet hatte und um 177o nach Irland auswanderte.

Sein Sohn John übernahm die Bow Street Distillery, die John Stein (ebenfalls mit Haig verwandt und ein Nachkomme von Robert Stein, dem Erfinder der patent still) gehörte, Johns Bruder William die Marrowbone Distillery. Johns Firma prosperierte, hatte einen riesigen Ausstoß (der allerdings im Faß verkauft wurde) und wurde 19o2 Aktiengesellschaft. 1966 fusionierte sie mit Power und Cork Distilleries zur IDG und stellte die Produktion ein. Ihr Whiskey wurde von seinem ehemaligen Konkurrenten jenseits der Liffey, von Power, gemacht, ehe die Produktion nach Midleton verlegt wurde. Ein Großteil der alten Gebäude verfiel und man mußte befürchten, daß sie nicht mehr lange stehen würden. Sie wurden 1998 renoviert und beherbergen jetzt ein gut gestaltetes Museum. Ein 12jähriger, weit verbreiteter "Super-Premium" Irish. Sehr schwer und leicht sherrytönig. Hat einen flüchtigen, komplexen Duft. Eine ungestüme Mischung aus reifer Frucht und Heckenrosen-Aroma strömt aus dem Glas. Mit seinem klassischen Jameson-Charakter und seiner Reife ist er eine herzhafte Kostprobe von Dublins Brennerei-Tradition.

Cremig, weich und sahnig, herbe Nussigkeit auf dem Gaumen, die haften bleibt. Läßt sehr feinen Korngeschmack anklingen, der ihn leichter macht. Langanhaltender Ausklang.

No. 59 - Jameson Crested Ten - 40,0 % Irish - 5,50 €

John Jameson & Son, Dublin; Since 1780
Der Jameson Crested Ten ist die früheste Form, in der ein Jameson in die Flasche kam. Er ist bei weitem nicht so gewichtig wie die anderen aus der Jameson-Familie; aber in einer leichteren, saubereren Ausprägung mit einem Hauch von Sherry. "Sophisticated" sagen die Liebhaber. Eine Mischung aus frischem Malz, erdigen und fruchtigen Aromen in der Nase. Breit und beinahe teerig am Gaumen, der Geschmack legt sich über den ganzen Mund.

Ein "gehobener" Irish Whiskey für Dublins ehrgeizige Manager und Geschäftsleute... Wunderbar und komplex.

No. 455 - Locke's Single Malt - 40,0 % Irish - 5,12 €

Brusna Distillery, John Locke & Co., Kilbeggan, Est.: 1757
Zum Single Malt kann ich noch keine detaillierteren Informationen geben; aber von ihm gab es mal eine Abfüllung in limitierter, numerierter Auflage von 5.000 Flaschen des Jahrgangs 1989. Sie lagen in einer samtausgekleideten Holzkiste. Eine neue Edition kam unverpackt – aber immerhin mit dem Hinweis auf das Jahr der Abfüllung 1997. Dieser Single Malt hat ein fruchtiges und öliges Aroma. Sein Geschmack ist intensiv und malzig. Der Abgang lang und warm.

No. 452 - Coleraine - 40,0 % Irish - 4,48 €

The Old Bushmills Distillery Co. Ltd., County Antrim, Est.: 1608
Nachdem 1964 der letzte Malt geflossen war, wurde 1978 auch die Kolonne für den Grain abgebaut. Für die neuen Besitzer war es billiger, den Grain von ihrem modernen Komplex in Midleton zu beziehen. Die Konzentration der irischen Whiskey-Industrie, die nach der Übernahme von Bushmills und damit auch von Colraine 1973 schließlich ganz dem Monopolisten IGD gehörte, hatte ein weiteres Opfer gefordert.

Die weniger Privilegierten können heute nur den Blend mit dem Namen Colraine kaufen. Er ist ein Standard-Blend und wird vor allem auf dem heimatlichen Markt in Nordirland verkauft. Dieser Blended Irish Whiskey aus dem Bushmills-Single-Irish-Malt Mair und nur einem einzigen Grain-Whiskey hat einen vollen Körper und ein weiches, zartes und rundes Aroma. Im hellbraunen bis gelb-grünlichen Whiskey finden sich Spuren von Zwetschgen und Feigen. Sein Geschmack ist anfänglich recht leicht; legt dann aber kräftig zu. Er ist toffeeartig-würzig und fruchtig. Dazu beständig und rund. Er ist sehr gefällig für einen leichten, sauberen "Konferenz"-Whiskey. Die Blender von Old Bushmills erreichten mit ihm ein gutes Blendresultat mit enormer Frische und Milde im Geschmack. Coleraine hat einen guten Abgang, der einen enormen zweiten Schwall entwickelt, der knallig und kräftig daherkommt und leicht holzig nachklingt.

No. 453 - Dunphy's - 40,0 % Irish - 4,02 €

Irish Distillers, Midleton; Cork; (distilled and bottled for Fitzgerald & Co.; Dublin)
Dieser Blended Irish Whiskey ist in Irland zu bekommen; bezeichnet sich dort aber als "Special Export". Hat er seinen Bestimmungsort erreicht, nennt er sich zuvorkommenderweise "importiert" und "Finest Old". Er ist aber nur ein einfacher Standard-Whiskey mit 40,0 Vol.-%. Er wurde zunächst in den fünfziger Jahren von der alten Midleton Distillery vor allem produziert, um in den nach Irish Coffee dürstenden USA einen nicht so kostbaren Blend zum Mixen anbieten zu können.

Heute wird er - mit einem anderen Label – von der IDG-Tochter Fitzgerald & Co.eigentlich nur noch in Irland verkauft. Aber einige deutsche Läden führen ihn auch noch. Er ist aus Gerste (Grain), dreifach destilliert und reifte in Eichenfässern. Ihn gibt’s in zwei Versionen (s.o.). Der goldfarbene Dunphy´s ist sehr leicht und mild im Aroma. Fruchtige (Banane) und würzige Noten sowie Vanille-Töne klingen schwach an. Auch sein Körper ist einer der leichteren. Im leicht rauchigen und milden Geschmack klingt Vanille ebenso mit. Sein Abgang ist kurz und trotz des weichen Duftes rauh und anhaltend: gefällig und wärmend.

No. 57 - John Power's Gold Label - 43,0 % Irish - 4,06 €

John Power & Son, Midleton, Smithfield, Dublin; Since 1791
In Irland ist der John Power's Gold Label die beliebteste Marke und auch diejenigen, die ihn außerhalb des Landes finden können, singen ihm das höchste Lob oder halten ihn gar – wie Jim Murray, der mehrere Bücher über irischen Whiskey geschrieben hat – für das Beste überhaupt, was Irland zu bieten hat. Er trägt den Namen einer Firma, die 1791 von James Power & Son gegründet und später von diesem Sohn in John Power & Son umbenannt wurde.

Sie baute die berühmte Brennerei in John´s Lane und entwickelte sich allmählich zum erfolgreichsten Unternehmen neben dem Konkurrenten Jameson vom anderen Ufer der Liffey. Auch in der Stadtpolitik von Dublin spielten die Power's eine wichtige Rolle. Ihr Erfolg wurde ebenso auf die Qualität ihrer Produkte wie auf ihre Innovationsfreudigkeit zurückgeführt; sie war die erste irische Firma, die ihren Whiskey nur noch in Flaschen und nicht auch im Faß lieferte und sie führte als erste eine Baby Power genannte Miniatur ein. Ob sie die berühmten "Three Swallows" enthielt, unter denen der Whiskey bekannt wurde und die auf dem Etikett abgebildet sind, ist umstritten. Auf jeden Fall ist es ein hübsches Wortspiel, weil "swallow" im Englischen sowohl Schluck als auch Schwalbe bedeutet...Die Expansion machte 1871 eine Vergrößerung der Brennerei notwendig. Ihre ansehnlichen und architektonisch wertvollen Reste haben das Ende der Firma durch ihre Fusion mit Jameson und Cork Distilleries zur IDG überlebt und sind – samt der prächtigen drei stills – auch heute noch zu bewundern.

Der Whiskey freilich hat sich geändert. Er kommt heute aus Midleton und ist kein Pot Still mehr, sondern ein (freilich sehr charaktervoller) Blend. Seiner Beliebtheit hat die Veränderung indes nicht geschadet.

No. 84 - Kilbeggan - 40,0 % rish - 2,60 €

Brusna Distillery , John Locke & Co., Kilbeggan; Est.: 1757
Die Kilbeggan Brennerei im County Westmeath streitet sich mit Bushmills um den Ruf, die älteste in Irland überhaupt zu sein; Bushmills erhielt zwar schon 16o8 eine Lizenz, produzierte am heutigen Ort aber erst seit 1784, während Locke's bereits 1757 begann und bis 1953 kontinuierlich arbeitete. Sie hieß damals nach dem Fluß, an dem sie liegt, Brusna Distillery. Unzweifelhaft ist, daß Kilbeggan länger ununterbrochen existiert.

Sie wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von John Locke übernommen und blieb im Besitz seiner Familie bis nach dem 2. Weltkrieg, konnte dann aber nicht mehr gehalten werden. Sie fiel zuerst den kriminellen Machenschaften eines Syndikats zum Opfer, das ihren Whiskeybestand auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollte. Dann gehörte sie einem Deutschen, der ebenfalls nur an ihren Fässern interessiert war und einen Old Galleon verkaufte. 1953 wurde die Produktion endgültig eingestellt, die Brennerei verkam und wurde als Schweinestall benutzt. Von ihrem endgültigen Niedergang wurde sie durch Einwohner des Dorfes Kilbeggan ("Kleine Kirche") befreit, die ein schmuckes Museum aus ihr machten. Danach ging es wieder aufwärts: John J. Teeling erwarb sie, um ihre Lagerhäuser zum Reifen des Whiskey zu benutzen, den er mit seiner 1987 gegründeten Firma Cooley Distillery seit 1989 in Riverstown produzierte. Auch eine Küferei betreibt er dort. Er nennt sie stolz und etwas spitz „Ireland´s own distillery“.

Das Museum existiert immer noch – und glänzt heute mit den Stills aus Tullamore, die vielleicht sogar wieder zum Brennen verwendet werden. Teeling hat sowohl dem Namen Locke wie auch dem der Brennerei dadurch ein Denkmal gesetzt, daß er einige seiner zahlreichen Whiskeys nach ihnen benannte. Der Kilbeggan ist ein Blend mit 40,0 Vol.-%, der sich sehr erfolgreich verkauft und in Deutschland mittlerweile die Nr. 2 unter den Irish ist. Er ist das Flaggschiff der Firma und wurde vom schottischen Masterblender Jimmy Lang von Chivas Brothers kreiert. Der war ganz auf die hauseigenen Ausgangsprodukte angewiesen. Der Whiskey hat sich im Lauf der Jahre etwas verändert, weil jetzt mehr Möglichkeiten genutzt werden können und z.B. zwei verschiedene Malts zur Verfügung stehen. Er ist eine Mischung aus Kampfer und Gras in der Nase; ein Whiskey von mittlerem Gewicht, der süß startet und mit einer scharfen Chili-Note ausklingt. Er hat etwas von allem - außer Korn. Er ist kaum wiederzuerkennen, so viel besser ist er geworden. Wirklich sehr gut.

No. 456 - Redbreast - (12 yrs.) - 40,0 % Irish Single Malt (oak casks) - 8,34 €

Edward Dillon & Co. Ltd. (Fitzgerald), Dublin
Einzigartig unter den irischen Whiskeys ist der Redbreast, ein Single Malt und unverschnittener Pure Pot Still Whiskey. Er ist einer der wenigen Single Malts, die es heute überhaupt noch gibt, und schon deswegen wird von vielen bedauert, daß die Iren bzw. ihre Tochterfirma Fitzgerald sich nicht mehr bemühen, diesen Ausnahme-Whiskey besser herauszustellen. Er ist dreifach destilliert und reifte in Eichenfässsern.

Der Sherry-Charakter ist bei dieser neuen Version weniger ausgeprägt. Er ist schwer zu erhalten aber einen Versuch wert: ein wahrer Kracher! Dieser Malt ist honigfarben bis hin zu dunklem Bernstein. Sein Aroma ist rauchig, mit Eichen- und Fruchtpudding-Noten. Sein Körper muskulös und voluminös. Zunächst beherrscht weiche Eiche den Geschmack; dann wird er würzig und Pfeffrig. Er ist voll reifem Sherry-Charakter mit köstlicher Kreuzkümmel- und Zitronen-Würze, die den Mund belebt (der Crested Ten verblasst im Vergleich zu diesem). Im etwas süßen Abgang hat er Eiche und Karamell. 2002 kostete diese Abfüllung in einer Geschenk-Packung bei Kirsch-Import 30,16 Euro. Bei www.TheWhiskyStore.de kostete diese Abfüllung 33,18 Euro. Beim Wein-und Spirituosen-Kontor kostete 08/2002 diese Abfüllung 40,86 Euro.

No. 54 - Paddy (Flaherty's Old Irish Whiskey) - 40,0 % Irish - 3,08 €

Cork Distilleries Co., Midleton, North Mall; Cork; Est.: 1779
Paddy ist der klassische Whiskey aus Cork, der zweiten Stadt der Republik. Er trug diesen sehr irischen Namen nicht immer, sondern hieß noch in den 2oer Jahren sehr unromantisch und nach seinem Hersteller Cork Distilleries Company Old Irish Whiskey. Den neuen Namen bekam er von dem nach dem irischen National-Heiligen benannten Patrick Flaherty, seines Zeichens Vertreter der Firma für den Bezirk Munster.

Sein Trick bestand in der Großzügigkeit, mit der er durch Freirunden das Publikum an seinen Whiskey gewöhnte. Bald bestellten die Wirte bei der Firma Paddy's Whiskey und diesen Namen bekam er schließlich ganz. Bis vor kurzem war dies der einzige irische Whiskey, der ohne "e" geschrieben wurde. Früher ein Pot Still, ist er heute ein eher leichter Blend. Er ist der einzige Irish, für den keine neue Brennerei gesucht werden mußte, als IDG entstand: er kam (bis auf einen Schuß Bushmills Single Malt) schon immer aus Midleton. Früher war dieser Whisky recht schwer, doch heute gehört er zu den leichteren irischen Sorten. Er ist der leichteste der drei in Midleton erzeugten Whiskys. Paddy hat einen kräftigen, schön ausgewogenen Körper, bei dem das Korn im Charakter stärker durchkommt und einen herben Abgang, der für die Whiskeys aus Cork typisch ist. Frisch. Doch eher fade und langweilig.

No. 63 - Old Dublin Irish Whiskey - 40,0 % Irish (oak casks) - 2,60 €

The Old Dublin Distillery Co., Midleton, Smithfield, Dublin
Der Old Dublin ist ein weiterer leichter irischer Whiskey, der von der IDG-Tochterfirma The Old Dublin Distillery kommt. Er wird für den Billigmarkt produziert, hat eine unmißverständliche irische Aura und schmeckt nicht übel, wenn er auch deutliche Mängel aufweist. Allerdings reicht er nicht an Hewitt's heran, einen seltenen Blend aus Midleton und Bushmills. Obwohl er erst 1995 auf den Markt gebracht wurde, hat er schon sein zweites Etikett bekommen.

Das alte in einfachem Blau wurde abgelöst von einem sehr distinguiert wirkendem Label, das die Firma als Lieferanten des Dubliner Oberbürgermeisters ausweist und ausdrücklich hervorhebt, daß der Whiskey – ebenfalls ein Blend von Destillaten aus Bushmills und Midleton – in Eichenfässern gereift sei.

No. 55 - Tullamore Dew - 40,0 % Irish - 3,14 €

The Tullamore Dew Company, Tullamore, Midleton, County Offaly (Dublin); Est.: 1791 (1829)
Einst in Irland berühmt, ist der Tullamore Dew heute dort nur sehr schwer, wenn überhaupt zu bekommen. Es gibt allerdings Pläne, die Marke wieder einzuführen. Im eigenen Land heute also praktisch eine Unbekannte, ist sie dafür in Deutschland, aber auch in Frankreich und Dänemark Synonym für irischen Whiskey und in diesen Ländern unangefochten die Nr. 1 in ihrer Gattung. Er ist besonders in Frankreich beliebt und wird dort tous l`amour ausgesprochen.

Er ist der leichteste Irish Whiskey. Sein Name leitet sich ab von der 1829 im Städtchen Offaly im gleichnamigen County gegründeten Brennerei, die die Initialen ihres Managers und nachmaligen Besitzers Daniel E. Williams, "D.E.W." = "dew" (das englische Wort für Morgentau) geschickt benutzte für den Slogan: "Give every man his dew". Wie viele andere Destillerien geriet die Firma nach dem 2. Weltkrieg in Schwierigkeiten, die auch durch die Erfindung des Likörs Irish Mist nicht überwunden werden konnten. 1954 mußte sie schließen. Die Marke kam über Power zur IDG, die sie 1993 an Cantrell & Cochrane (damals eine Tochter von Guinness und Allied Domecq) verkauften. Er ist ein unbedeutender, dünner, frustrierender und zudem charakterloser Whiskey. Ein mild-trockener Whiskey.

No. 98 - Tullamore Dew - (12 yrs.) - 43,0 % Irish - 6,82 €

The Tullamore Dew Company, Tullamore, Midleton, County Offaly (Dublin); Est.: 1791 (1829)
Aus Tullamore stammend, wird dort aber nicht mehr hergestellt sondern in Midleton. Dieser 12jährige wurde zusätzlich zum normalen Blend (40,0 Vol.-%) von der Firma Cantrell & Cochrane herausgebracht. Seine 43,0 Vol.-% zeigen an, daß er vor allem für das Ausland und Duty-Free-Shops bestimmt ist. Von ihm sind vor allem seine Abfüllungen in den Tonkrügen beliebt.

Er ist trotz seines schleppenden Beginns um einiges besser als die Standard-Version und wird sogar angenehm, da er die gewisse Reichhaltigkeit der Pot-Stills vermittelt.

ANDERE WHISKY-REGIONEN
No. 82 - RACKE Rauchzart - 40,0 % Deutschland - 2,o2 €

A. Racke GmbH & Co., Bingen; Gegründet 1855
1958: in jenem Jahr wurde der deutsche Whisky Red Fox eingeführt. 1959 begann die Firma Racke mit einer starken Werbekampagne und rührte die Trommel für den roten Fuchs; ab 1961 hieß das Produkt dann Racke Whisky rauchzart. 1969 war Racke mit 3 Millionen Flaschen noch immer Marktführer in Deutschland (J.Walker: 2,7 Mio.Fl.), (Black & White: 2,0 Mio.Fl.).

chon immer war im Racke schottischer Malt: ca. 22-30% Malt - je nach Sorte - aus 24 Destillerien des Lowland bzw. Highland bilden die Basis. Die Destillate werden zwischen 3 und zwölf Jahren gelagert.
Racke Rauchzart ist ein malziger, torfiger, scotch-typischer Whisky mit recht langem Abgang. Mitunter gibt es weiche, fast liebliche Töne (Vanille, Holz) im Bukett.

No. 68 - Armorik (Frankreich) - 40,0 % Frankreich/Bretagne - 6,24 €

La Destillerie Warenghem, Lossie, Bretagne; Est.:
Mit diesem bretonischen Single Malt ist das alte keltische Land endlich auch auf die Landkarte der Länder gekommen, die echten Malt Whisky herstellen. Zwar hatte auch Monsieur Fusilier aus Rennes von seinem Whisky de Bretagne (manchmal jedenfalls) behauptet, er sei ein Malt, aber irgendwann verschwand dann die Bezeichnung von den Packungen ...

Die Destillerie Warenghem aus Lannion nennt ihr Produkt "alt" und sagt, daß der Whisky ganz traditionell aus gemälzter Gerste hergestellt wird und zweimal in traditionellen Stills gebrannt wird. Sie beschwört ausdrücklich die keltische Seele des Landes, das so keltisch ist, wie Irland oder Schottland. Der Armorik ist jedenfalls ein echter Single Malt, was man von den Whiskies, die vorher schon aus der Bretagne kamen, nicht eben sicher behaupten konnte. Armorik ist das neue Produkt aus dem Lande der sinnlichen und kulinarischen Genüsse ...

bisher kannten wir von hier Cognac, Champagner, Beaujolais ...

Dieser bretonische Whisky ist ein unglaublich torfiger, stark würziger, kräftiger Tropfen mit pfeffrigem, langanhaltendem Abgang. Alles an ihm ist gewalt(tät)ig. Offenbar meinten es die Brenner zu gut und wollten mehr, als für einen Whisky gut sein kann...Oder aber sie huldigen damit den Bewohnern ihres Landstrichs: „Armorica“ wurde das Land von den Römern genannt, als sie sich an Asterix & Co. die Zähne ausbissen. Damit ist auch das Geheimnis um deren Zaubertrank endlich gelüftet: es war Whisky...

No. 80 - Suntory Yamazaki - (12 yrs.) - 43,0 % Japan - 13,84 €

Suntory Ltd. Distillerie, Morrison Bowmore; Est.: 1923
Mit dieser japanischen Destillerie begann die Geschichte des japanischen Whisky. Sie ist das Werk zweier Männer, die am Anfang dieser Geschichte standen und deren Pioniergeist es zu verdanken ist, daß das Land heute zu den bedeutendsten Whisky-Nationen gehört. Die Brennerei wurde 1923 von Shinjiro Torii, einem Weinproduzenten, gegründet, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, mit den Profiten aus dem Weinhandel zum ersten Whiskyhersteller seines Landes zu werden. Zur Realisierung seines Traumes holte er sich einen anderen Visionär dazu, den jungen Masataka Taketsuru, der sich seine Kenntnisse nirgends anders als in Schottland angeeignet hatte: zehn Jahre stellte er sie in den Dienst Toriis, ehe er seine eigene Firma gründete. Dieser 12jährige Whisky ist (auch international) am besten zu finden. Er ist recht ansprechend, auch wenn auf seinem Etikett nicht Single Malt steht: es handelt sich aber um reinen Malt-Whisky, der dem Stil nach erstaunlich schottisch ist. Er wird von Suntory hergestellt und abgefüllt. Man darf nicht vergessen: diesem Unternehmen gehören die schottischen Destillerien Bowmore, Glengarioch und Auchentoshan. Die ersten beiden sind ziemlich stark getorfte Malts - es mag sein, daß es sich beim Yamazaki um durch und durch japanischen Malt handelt - doch die Informationen hierzu sind sehr widersprüchlich. Der goldfarbene Pure Malt hat ein zurückhaltendes Aroma, ist leicht getorft und mit fruchtigen Obertönen. Sein Körper ist reich und dennoch leicht. Im Geschmack beginnt er trocken und herb, blüht lang und mit malzigen Anklängen und einer recht tiefen Wärme auf und ist mild. Malziger Abgang.

No. 78 - Amrut (Single Malt) - 40,0 % Indien (oak casks) - 4,70 €

Amrut Distilleries (Jagdale Group); Bangalore, Karnataka; Est.: 1948
Der indische Single Malt Amrut stammt aus der gleichnamigen Brennerei von Amrut Distilleries bei Bangalore im Bundesstaat Karnataka. Der mit 40,0 Vol.-% abgefüllte Malt ist ein fruchtiger, eher einfacher Whisky, der aus ungetorftem indischen Gerstenmalz gebrannt und nach 3- bis 4jähriger Eichenfaß-Lagerung abgefüllt wurde. Im Jahre 2006 erschien auch eine limitierte Abfüllung in Faßstärke von 62,0 Vol.-%. Amrut (sanskrit: "Lebenswasser") ist die erste indische Marke, die auch in Europa angeboten wird. Den Import besorgt die Firma Premier Scotch Whisky.

Neben Malt wird in Amrut auch Zuckerrohr destilliert, das dann mit importiertem Blended Scotch zu "Indian Made Foreign Liquor" (Indischer Whisky) verarbeitet wird. Die erfolgreichste Marke des Hauses ist Maquintosh, gefolgt von Prestige, Gold Star und Silver Cup. Amrut Distilleries ist Teil der 1948 gegründeten Jagdale Group, die auch Pharmazeutika, Nahrungsmittel und Tierfutter herstellt.

No. 454 - Sang Thip; OA - (5 yrs.) - 40,0 % Thailand - 2,30 €

Surathip Vieng Ping Co. Ltd.; Chiengmai; Est.:
Dieser 5jährige "Royal Thai Liquor" Sang Thip ist ein Superior Blended Whisky. Er wurde destilliert, geblendet und abgefüllt bei der Surathip Vieng Ping Co. Ltd. (Chiengmai). Und hier reifte er auch. Abgefüllt wurde er mit 80 proof (= 40,0 Vol.-%). Dies ist einer der besseren Thai-Whiskies...